Nordeifel: Werbefilm: „Film ab“ an der Tankstelle in Vogelsang

Nordeifel : Werbefilm: „Film ab“ an der Tankstelle in Vogelsang

„Ruhe bitte“, ruft der Aufnahmeleiter so laut, dass es selbst meterweit entfernt noch deutlich zu hören ist. Augenblicklich verstummen sogar die Vögel in Vogelsang, nur ein hartnäckiges Flugzeug lässt sich von dem Ruf des Filmemachers nicht beeindrucken und fliegt dröhnend über das Set.

An der alten, verfallenen Tankstelle auf dem Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg laufen Filmarbeiten für einen Audi-Werbefilm. Dazu wurde sie noch einmal richtig auf Vordermann gebracht — im Stil der 50er Jahre. Manuel Zagovec vom Audi-TV-Kommunikationsteam erzählt die Geschichte zu dem Film: „Es geht es um einen alten, knorrigen Tankwart, der alle Kunden an seiner Zapfsäule genau kennt.“ Eines Tages vermisse er einen bestimmten Autofahrer, der schon mit seinem Motorroller bei ihm getankt habe und plötzlich nicht mehr zum Tanken komme. Der Grund dafür sei ein neues Audi-Modell, was weitere Strecken mit einer Tankfüllung schaffe.

Für den Spot wurde neben alten Zapfsäulen und einer mechanischen Preisanzeige am Straßenrand auch ein alter Kaugummiautomat im Kassenhäuschen aufgestellt. Neben dem Gebäude stapeln sich stilecht mehrere alte Reifen. Der Umbau zur Retro-Tanke dauerte vier Tage; für den Dreh wurden drei weitere Tage angedacht.

Vor Beginn der Dreharbeiten habe er sich besonders um das Wetter gesorgt: „In der Eifel kann man leider nie wissen, ob es regnet oder nicht. Deshalb haben wir sicherheitshalber einen Regen-Reserve-Tag eingeplant.“ Zagovec ergänzt, dass das Auswirkungen auf die Geschichte habe, weil „Regenwetter eine andere Story erzählen“ würde.

Zuständig für die Umsetzung am Set ist Produktionsleiter Christof Johann aus Hamburg. Er berichtet von der schwierigen Suche nach der optimalen Location für den Dreh: „Wir haben auf der ganzen Welt nach einer geeigneten Tankstelle gesucht.“ Es sollte möglichst abgeschieden sein und zur Geschichte des Films passen.

Bis auf drei Löcher unverändert

In die engere Auswahl seien dann letztlich eine Zapfsäule in Namibia und die Eifeler Tankstelle gekommen. Die letztere habe das Rennen gemacht, „weil sie einfach perfekt zu der Idee passte“. Die „Genehmigung für den Dreh und die Kooperation mit dem Betreiber von Vogelsang“ sei überhaupt kein Problem gewesen.

Sobald alles im Kasten ist, wird die Dekoration der 50er Jahre wieder abgenommen. Bis auf drei, neue Löcher in der Wand bleibe das Gebäude unverändert, versichert Johann. Das gesamte Filmmaterial von drei Drehtagen wird am Ende auf eineinhalb Minuten zusammen geschnitten und soll Anfang Oktober im Internet bei Youtube zu sehen sein.

Bis dahin erklingt bestimmt noch das ein oder andere Mal der Ruf nach Stille im Nationalpark Eifel.