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Monschau: Wer möchte „Kronjuwelen” kaufen?

Monschau : Wer möchte „Kronjuwelen” kaufen?

Altstadt im Ausverkauf. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) bietet ihre Immobilien in Monschau, die sie in den letzten 15 Jahren aufwendig saniert hat, zum Verkauf an.

Dabei handelt es sich um das Aukloster, das Haus Richters Eck, das Tuchschererhaus und das ehemalige evangelische Jugendhaus auf der Kirchstraße.

„Für die Mieter ändert sich nichts. Die Verträge sind bindend.” Das schickt LEG Pressesprecher Jens Schönhorst allen weiteren Erklärungen voraus. Auch das Nutzungsrecht der Stadt Monschau an Bürgersaal und Kreuzgang des Auklosters bleibt unangetastet.

Zu Gunsten neuer Projekte

Die LEG bemüht sich derzeit landesweit, ihre älteren Immobilienbestände zu verkaufen, um mit dem Erlös neue Projekte zu forcieren.

Dazu zählen auch die zwischen 1989 und 1999 in Monschau sanierten Denkmäler. Die vier Gebäude wurden mit zinsgünstigen Landesmitteln instand gesetzt, die von potentiellen Käufern übernommen werden können.

28 Wohneinheiten

Deshalb werden die vier traditionsreichen Gebäude (mit insgesamt 28 Wohneinheiten) geradezu als „Schnäppchen” auf dem Immobilienmarkt angepriesen.

An diese Landeszuschüsse ist allerdings die Bedingung geknüpft, dass die Wohnungen nur an sozial schwache Inhaber von Wohnberechtigungsscheinen vermietet werden dürfen.

Pressesprecher Schönhorst: „Als LEG unterstehen wir diesen Belegungsbindungen. Wenn es allerdings keinen Bedarf gibt, kann das Wohnungsamt der Stadt diese Bindungen öffnen.”

Und wenn sich keine Kaufinteressenten für die „vier Kronjuwelen der Stadt Monschau” - so das beauftragte Maklerbüro - finden? Jörg Schönhorst: „Dann bleiben die Gebäude weiter im Bestand.”

Steinröx fehlt der Glaube

Bürgermeister Theo Steinröx glaubt indes nicht an schnelle Verkaufserfolge der LEG: „Wie schwierig es ist, solch große Objekte in Monschau zu verkaufen, zeigt ja auch das Post-Gebäude.”

Gleichwohl könne die LEG, wie jeder andere Eigentümer auch, zur Instandhaltung der Häuser auf Mittel aus dem Wohnumfeldprogramm zurückgreifen. Ein weiteres Engagement der Gesellschaft in Monschau schließt der Bürgermeister aus: „Wir haben in vielen Fällen sehr gut zusammengearbeitet. Damals hatte die LEG mehr öffentliche Mittel zur Verfügung, das ist jetzt vorbei.” Auch bestehe in der Altstadt kein Bedarf mehr an sozialem Wohnungsbau.

Für kulturelle Veranstaltungen

Im Jahre 1989 hat die LEG das Aukloster erworben und aufwendig saniert. Acht Wohnungen sind dort eingerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich der Bürgersaal und der Kreuzgang, den die Stadt Monschau insbesondere für kulturelle Veranstaltungen nutzt.

Weitere sechs Wohnungen und das Büro der Monschau-Touristik sind im Haus Richters Eck untergebracht. Das Gebäude aus dem Jahr 1757 hat die LEG 1994 von Grund auf saniert und renoviert.

Vor zehn Jahren begann die LEG auch mit der Instandsetzung des Tuchschererhauses.

Friedrich Jacob Scheibler, Enkel des Johann Heinrich Scheibler, der um 1760 das Rote Haus erbauen ließ, hatte das Haus um 1805 als Fabrik zur Herstellung von Stoffen errichtet. Seit 1883 wurde das Gebäude von der öffentlichen Hand genutzt: zunächst als Postgebäude der Reichspost, seit 1931 als Heimatmuseum und seit 1943 als Kino und Räume für das Notariat.

Denkmalgerecht

Die LEG hat das Tuchschererhaus denkmalgerecht saniert und sechs Wohnungen eingerichtet. Die Geschäftsräume sind als Künstleratelier vermietet.

Jüngstes Objekt, das die LEG in der Altstadt instand gesetzt hat ist das ehemalige evangelische Jugendhaus an der Kirchstraße. Auch hier entstanden acht Wohnungen.