Kesternich: Wenn im Schulbus ein Kanister fliegt

Kesternich: Wenn im Schulbus ein Kanister fliegt

Am Samstag war für die Schüler der Schwalbenschule in Kesternich ein Pflicht-Schultag. Aber auch die Eltern waren eingeladen zum Sicherheitstag.

Wer an diesem Tag auf den Schulhof kommt, dem fallen zuerst viele Kinder auf, die augenscheinlich mehr oder weniger schwer verletzt, verbunden und verpflastert sind, aber dennoch fröhlich herumliefen. Die Kinder hatten in einem Klassenraum einen Übungsbeutel „Erste Hilfe für Kinder” erhalten und wurden von einer Lehrerin in den sachgerechten Umgang mit Verbandsmaterial eingewiesen. Anschließend durften sie sich dann gegenseitig verarzten.

Danach ging es in den auf dem Schulhof stehenden Rettungswagen und die Kinder lernten diesen einmal von innen kennen. Viele Vereine und Institutionen waren der Einladung der Schule gefolgt und informierten Kinder und Eltern über die Sicherheit im Bus, im Straßenverkehr, auf dem Schulhof und im Umgang mit Medien.

Die freiwillige Feuerwehr Kesternich machte mit den Kindern Versuche rund ums Feuer und zeigte das Löschfahrzeug mit all seinen technischen Eigenheiten. Busfahrer Kollednigg begrüßte die Kinder im Schulbus, wies auf das richtige Verhalten im und um den Bus hin und machte eine Fahrt, die durch eine vorsichtige Gefahrenbremse und einen dadurch umher fliegenden Kanister zu einem spannenden Abenteuer wurde.

Seit einiger Zeit besuchen Peter Conrads und Petra Stollenwerk einmal wöchentlich die Grundschule und betreuen die Grundschüler mit dem Anti-Gewalt Training „Smily&Frusty”. Am Samstag konnten auch die Eltern daran teilnehmen und sehen, wie ihre Kinder im Umgang mit Gewalt, Mobbing und Hänseleien geschult werden. Die Verkehrswacht Monschau machte mit ihrem Kindergurtschlitten und einer lebensgroßen Puppe deutlich, dass es sehr wichtig ist im Auto angeschnallt zu sein.

Der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Udo Scholten stand mit einer Laserpistole an der Bundesstraße und kontrollierte gemeinsam mit jeweils kleineren Schülergruppen, das Fahrverhalten der Autofahrer, wer sich vorschriftsmäßig verhalten hatte erhielt ein Waffelherzchen, wer dagegen nicht sicher genug gefahren war, wurde von Scholten und den Kindern höflich verwarnt. Ein besonders interessanter Punkt war der Vortrag von Sabine Sonnenschein. Im Auftrag des Grimme Institut referierte sie im Pfarrheim über den verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien, Fernsehen, Internet und Handy in der Familie. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Eltern verfolgten den Vortrag mit Interesse.

Zum Abschluss des aufschlussreichen Tages bat die Schulleiterin Heike Bittner noch einmal um die Aufmerksamkeit und reichte das Mikrofon an den Vorsitzenden des Fördervereins Michael Gautrois. Dieser schaute zunächst eineinhalb Jahre zurück. Damals veranstaltete der Förderverein einen Sponsorenlauf auf dem Sportplatz, mit dem Ziel ein Fußballtor für den Schulhof anzuschaffen. Diese Veranstaltung brachte damals die erstaunliche Summe von nahezu 6000 Euro zusammen. Das Fußballtor wurde dann von einem Inneneinrichter aus Simmerath gestiftet und somit stand die Summe zur Verfügung.

Im Herbst letzten Jahres setzten Fördervereinsvorstand und Lehrer sich zusammen und beschlossen die Mediengestaltung im Unterricht weiter auszubauen. Die vorhandene Computerausstattung ist nicht zufriedenstellend und man suchte nach einer anderen Lösung. Hier holte man sich Rat bei Marten Gröblinghoff von einem Simmerather Elektronikmarkt.

Gröblinghoff und sein Team standen der Schule nicht nur bei der Planung beratend zu Seite, sie erarbeiteten ein sinnvolles Konzept und installierten die Geräte, die der Schule zu einem günstigen Preis verkauft wurden. Nachdem die Schule ihrerseits einen Tresor für die sichere Verwahrung der Geräte im Gesamtwert von 10.000 Euro angeschafft hat, konnte der Förderverein einen Klassensatz (25 Stück) Netbooks an die Schulleitung überreichen. Er wünschte den Lehrern und den Kinder viel Erfolg und Freude mit der Nutzung dieser Einrichtung.

Mehr von Aachener Zeitung