Monschau: Wenn die Kunst zur Party wird

Monschau: Wenn die Kunst zur Party wird

In der Stadtstraße 21 hat Kai Savelsberg vor zehn Jahren sein Atelier eingerichtet. Unauffällig reiht sich das alte Monschauer Haus in die Fassade der Stadtstraße ein und kaum einem der vielen Touristen, die täglich durch die Altstadt flanieren, fällt das kleine Hinweisschild an der Nummer 21 auf.

Am Samstag feierte er sein zehnjähriges Wirken in Monschau. Zu der Vernissage waren viele Freunde und Weggefährten nach Monschau gekommen.Kai Savelsberg, gebürtiger Aachener, hat sich ganz der Kunst Êverschrieben. Gelernt hat der 35-Jährige am Stadttheater in Aachen Theatermalerei und heute einen ihm eigenen Stil gefunden. Er selbst beschreibt seine Bilder als eine Symbiose des Abstrakten mit dem Figürlichen.

Sein Interesse gilt immer wieder der Figur, oft dem Portrait, das sich aber selten am realen Vorbild orientiert. Vielmehr transportiert es Stimmungen, die entweder die Blicke der Betrachter anziehen oder gegenteilig zu beobachten scheinen. Grundsätzlich schemenhaft, nie detailliert formuliert, sind diese Figuren dabei geradezu auf den Bildträgern gefangen. Der Blöße der Köpfe und Körper begegnet die Materialität der Stoffe sowie der Malmittel, an denen sich die Blicke der Betrachter reiben müssen. Savelsberg verhüllt mehr, als dass er preisgibt und weckt damit genau das Interesse des Betrachters.

Dabei möchte er weg vom Gedanken, dass Kunst einer elitären Klasse vorbehalten bleibt. Er pflegt einen offenen Zugang zur Kunst, und so sind seine Ausstellungen, die er mit Galerien in Belgien, Holland und Skandinavien realisiert, auch nie staubtrockene Museumsausstellungen, sondern gelebte Kunst, die die Besucher anspricht und einlädt. Mit diesem Konzept hat er in dem Aachener Galeristen Robert Mertens und der Galerie Freitag 1830 einen treuen Wegbegleiter gefunden. Kunst begreifbar, ja zum Anfassen zu machen, das ist eines der Ziele von Kai Savelsberg. Dazu gehören ebenso Projekte mit Kindern in Schulen und Kindergärten wie auch die Möglichkeit, dem Künstler in seinem Atelier in Monschau über die Schulter zu schauen.

Neben den ausgestellten Exponaten gehören zu seinen Ausstellungen auch Literaten, Bildhauer oder Fotografen. Und bei manchen Ausstellungen ist die Grenze zwischen Ausstellung und Party fließend; so auch am Samstag bei der Vernissage in Monschau. Sein Atelierhaus in Monschau konnte man vom Keller, mit der gemütlichen Terrasse zur Rur hin bis in den zweiten Stock erleben. Dabei konnten die Gäste die Exponate zu Musik der schon legendären Monschauer Band „Jailbreak” betrachten und sich der angebotenen Speisen und Getränke bedienen. Eben Kunst zum anfassen, bei der die Grenze zwischen Ausstellung und Party verschwimmt.

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