Strauch: Weltuntergang und ein Bankraub in Strauch

Strauch: Weltuntergang und ein Bankraub in Strauch

Seit über 120 Jahren ist der St. Josef Verein eine feste Größe im Straucher Vereinsleben. Die nach dem Krieg neu verfasste Satzung sagt zum Zweck und Ziel des Vereins: „Die Jugend des Dorfes Strauch ist gewillt, ihren Teil zum Wiederaufbau in kultureller Beziehung zu leisten und stellt sich zur Aufgabe Kameradschaft, gemeinschaftliche Geselligkeit und Unterhaltung zu pflegen.“

„Der Verein will der Jugend rechte, echte Freude vermitteln und ihr helfend zur Seite stehen, um die heutige schwere Zeit zu überwinden.“

Der ursprünglich als Jungmänner-Verein gegründete Verein hat dieses Bemühen in all den Jahren auch durch die Aufführung von Theaterstücken verwirklicht. Die Entwicklung der Theatergruppe ging vom ernsten Metier über den Bauernschwank und Kriminalkomödien jetzt hin zu einer Komödie von Bernd Spehling: „Die Seniorenklappe“. Seit über einem Jahr bereitete die Truppe sich auf den Theaterabend vor.

Man hatte sich vorgenommen im Pfarrheim in Strauch zu spielen, und hierfür waren zahlreiche Vorbereitungen nötig. Eine neue Bühne musste geschaffen werden, die vorhandenen Kulissen angepasst und ein neuer Vorhang genäht werden. Dank vieler Sponsoren und tatkräftiger Hilfe konnte das Ergebnis sich sehen lassen. „Wir haben jetzt komfortable Möglichkeiten und Dank der Unterstützung durch Pfarrgemeinde, Musikverein, Kirchenchor und Trommler- und Pfeiferkorps konnten wir seit August gute Proben abhalten,“ so Peter Falter. Die vier angekündigten Vorstellungen waren nahezu ausverkauft, und die jeweils über 120 Besucher freuten sich auf einen vergnüglichen Abend.

Dank Wolfgang Johnen war die Aufführung mit allerlei technischen Finessen ausgestattet. Der Tagesschausprecher Ralf Klöppel (Ralf Virnich) berichtete von einem Banküberfall auf die örtliche Sparkasse, ein Interview vor Ort mit Hauptkommissar Bepenbrink (Peter Falter) bereitete auf das Geschehe auf der Bühne vor. Bankräuber Manny Knox (Martin Greuel) suchte mit seiner Beute in der Seniorenresidenz „Freundeshaus“ Unterschlupf und wurde dort mit Haut und Haaren vereinnahmt.

Auf humorvolle Weise wurden die einzelnen Bewohner des Hauses dargestellt. Da war der distinguierte Heimleiter Herr Graatz (Eugen Strauch), der zwischen Routine und Weltuntergang agiert. Die Pfleger Rudi Roserunge (Rene Küpper) und Schwester Rabiata, pardon Raki Satar (Tanja Balzer) machten sich einen Spaß daraus, die Warteschleife am Telefon selber gesanglich zu gestalten. Herr Hoppmann (Jürgen Breuer), ältester Bewohner und früherer Betriebsinspektor bei der Bahn, fühlte sich immer noch für die Sicherheit und Ordnung auf dem Bahnsteig zuständig. Hera Blank (Simone Werker-Schwartz) ist eine rüstige Krimiautorin und verbündet sich mit dem Bankräuber, in den sie sich schließlich verliebt. Blanche Duval (Lena Gather) eine Diva, die zu jeder Situation das passende Zitat von Shakespeare parat hat, ist eine ausgesprochen stattliche Erscheinung. Frau Freudenberger (Melanie Schiffer), eine engagierte ehrenamtliche Helferin, vergreift sich, trotz ihre liebenswürdigen Art, manchmal im Ton. Eine farbenfrohe und immer wieder zu herzhaften Lachern animierende Rolle spielte Katja Semleit, als Estelle Dumont rechnete sie immer mit dem Weltuntergang und traf entsprechende Vorsorge.

Die Truppe „ist in diesem Jahr eine besonders tolle Gruppe“ so Katja Semleit, die es mit viel Engagement und gute Umsetzung des Drehbuches schaffe, einen humorvollen und anregenden Abend zu gestalten. Nach mehrfachen Verwirrungen und dem immer wieder Verschwinden und wieder Auftauchen der Beute in einem Koffer, nimmt das Stück letztendlich eine überraschende Wendung. Die Akteure wurden sowohl am Samstag wie auch am Sonntag mit reichlichem Applaus belohnt und freuen sich nun auf die beiden letzten Aufführungen am nächsten Wochenende. Für diese Aufführungen sind nach dem Vorverkauf nur noch wenige Plätze frei.

(breu)
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