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Aus der Natur unserer Heimat: Wasserläufer versinken nicht im Wasser

Aus der Natur unserer Heimat : Wasserläufer versinken nicht im Wasser

Tiere unserer Heimat unter der Lupe: Die kleinen Insekten faszinieren durch ihre beeindruckenden Fähigkeiten.

Vor vielen Jahrzehnten gab es noch nicht so komfortable Feldwege wie heute, die ja fast alle asphaltiert sind. Da solche Feldwege von Karren befahren wurden, die keine breite Bereifung hatten und von Pferden oder Ochsen gezogen wurden, entstanden auf diesen Feldwegen tiefe Schlaglöcher und Spuren, die sich mit Wasser füllten bei heftigen Regenfällen. Und dann dauerte es meistens nicht sehr lange, bis sich Wasserläufer auf diesen Pfützen einfanden. Auch auf ruhigen Wasserflächen an unseren Bächen sind im Sommer überall diese Insekten zu finden, die zu der Gruppe der Wanzen gehören.

Für uns Kinder war es sehr faszinierend, wie diese acht bis zehn Millimeter großen Tiere über das Wasser flitzen konnten oder sogar auch auf dem Wasser stehen konnten, ohne zu versinken und zu ertrinken. Nun hatten wir damals kein Internet oder auch keine Bücher, wo wir uns informieren konnten, wie das die Wasserläufer schafften.

Wie alle Insekten haben auch die Wasserläufer sechs Beine, wobei die vorderen Beine zum Ergreifen von Beute dienen und nicht sichtbar sind, wenn sie auf dem Wasser laufen. Mit den mittleren Beinen bewegen sie sich vorwärts und mit den hinteren Beinen steuern sie die Richtung ihrer Bewegung. Sie können auf dem Wasser laufen, weil sie viele winzige Härchen auf ihren Fußgliedern haben. Wie auf dem Bild zu sehen ist, gibt es auf dem Wasser eine kleine Delle, wo sie ihre Füße haben, aber die Oberflächenspannung des Wassers wird von diesen filzigen Füßen nicht eingedrückt. Würde man Wasserläufer in einer Schüssel mit Wasser laufen lassen, würden sie einsinken und ertrinken, wenn man durch ein Spülmittel die Oberflächenspannung entfernen würde.

Wasserläufer leben auf mäßig belastetem Wasser und benötigen eine Wassertemperatur von 11 bis 15 Grad Celsius. Sie ernähren sich räuberisch von verschiedenen Insekten, die aufs Wasser fallen. Sie können beim Laufen sehr schnell werden und 1,5 Meter in der Sekunde zurücklegen. Es können auch 30 bis 40 Zentimeter hohe und weite Sprünge beobachtet werden.

Die Flügel dieser Insekten sind sehr unterschiedlich ausgebildet. Manche haben überhaupt keine Flügel, andere nur Stummelflügel und wiederum andere sind flugfähig. Das sind dann diejenigen, die auf Pfützen und kleineren Gewässern anzutreffen sind. Wasserläufer überwintern am Gewässerufer unter Falllaub oder Moos. Darum sind sie auch schon im zeitigen Frühjahr bei warmen Wetter zu beobachten.