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Nordeifel: Wasserkraft und Fachwerkidylle

Nordeifel : Wasserkraft und Fachwerkidylle

Der gerade erschienene HB Bildatlas „Eifel” gibt viele Anregungen zur Erkundung der „heißen Vergangenheit” der Eifel: Vor nur 13.000 Jahren kam es zum letzten gewaltigen Vulkanausbruch in Mitteleuropa. 40 Kilometer hoch stieg die Eruptionssäule, verteilte Gestein, Bimse und Asche und verwandelte die Umgebung in eine Mondlandschaft.

An der Ausbruchstelle liegt heute der 53 Meter tiefe Laacher See, an dessen Ufer die großartige, fast 1000 Jahre alte Benediktinerabtei Maria Laach mit ihren 70 Mönchen zu den meist besuchten linksrheinischen Kulturdenkmälern zählt. HB Bildatlas Fotograf Peter Hirth hat die einzigartige Eifellandschaft samt Stadt Aachen in Bildern von hochkarätiger Qualität festgehalten.

„Geheimnisvolles Bergland mit weiten Hochmooren, dichten Wäldern, faszinierenden Maaren, wildromantischen Flussläufen, altehrwürdigen Abteien, stolzen Adelssitzen und pittoresken Fachwerkorten” nennt der HB Bildatlas die heutige Eifel. Doch dieses von uralten Kulturlandschaften wie dem Rheintal und dem Moseltal begrenzte Mittelgebirge ist auch eine der bevölkerungsärmsten deutschen Regionen.

Der einstige Nachteil hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten in einen Vorteil gekehrt. Die weitgehend intakt gebliebene Natur lockt von Jahr zu Jahr mehr Besucher an. Hinzu kommen die Hunderttausende, die alljährlich zum Nürburgring strömen, der schönsten Rennstrecke der Welt, einst angelegt zur Wirtschaftsbelebung.

Wer will, so empfiehlt der HB Bildatlas, kann auf der in die Natur hineinkomponierten legendären, über 20 Kilometer langen Nordschleife mal eine „Runde drehen” zu Füßen der „Hohen Acht”. Die ist mit 747 Metern die höchste Erhebung der Eifel.

Zahlreiche Klöster und 140 Burgen gab es einst in der Eifel. Die Klosteranlagen blieben großenteils erhalten. An die Burgenherrlichkeit erinnert neben Ruinen wie die der Nürburg vor allem Burg Eltz. Das gut erhaltene Höhenburg-Ensemble mit Wehr-, Wohn- und Repräsentationsbauten ist als Top-Ziel empfohlen.

140 Burgen in der Eifel

Der neue HB Bildatlas „Eifel” schließt das Ahrtal mit seinem beliebten Rotweinwanderweg durch Rebenhänge und Deutschlands erste Kaiserstadt Aachen mit ein. Kultur und Brauchtum erlebt der Besucher dort in vielfältiger Form, und er kann auch das schwefelhaltige Mineralwasser probieren, dem Aachen seine Entstehung verdankt. Albrecht Dürer, so erzählt HB-Bildatlas-Autor Reinhard Strüber unter anderem in seinen informativen Begleittexten, schwärmte von den „köstlichen Zechereien” in den Badestuben, und Georg Friedrich Händel kurierte hier sein Gelenkrheuma.

Wölfe, Adler und Geier

Auf den Hochflächen der Eifel warten freilich rustikalere Erlebnisse. Vielleicht ein Besuch bei Europas größtem eingehegten Wolfsrudel bei Gerolstein, wo auch Freiflug-Vorführungen von Adlern, Falken und Geiern zu sehen sind.

Selbst Amüsantes fehlt nicht am Wegesrand: Der HB Bildatlas empfiehlt einen Besuch der zum Museum gewordenen Werkstatt eines Mausefallenmachers in Neroth bei Daun. Der Fallenbau diente bis 1979 als Erwerbsquelle in der von der Bodenbeschaffenheit kärglich bedachten Eifel. Das Kapitel für die Nordeifel ist mit „Wasserkraft und Fachwerkidylle” überschrieben, gezeigt werden Bilder aus Monschau, vom Rursee und aus dem Hohen Venn.

HB Bildatlas „Eifel - Aachen” mit 113 Seiten, Übersichtskarte und Autokarten und rund 200 Farbfotos ist zum Preis von 8,50 Euro erhältlich überall, wo es Bücher gibt. ISBN: 3-616-06162-8.