Wasser aus der Perlenbachtalsperre für Bütgenbach

Hilfe für die Nachbarn : Perlenbachwasser für das trockene Bütgenbach

In der belgischen Gemeinde Bütgenbach wird aufgrund der anhaltenden Trockenheit das Wasser knapp. Deshalb erhält sie Unterstützung vom Wasserwerk Perlenbach in Monschau.

Seit Sonntagnachmittag verkehren Tanklastwagen zwischen Deutschland und Belgien, um die Wasserversorgung in Bütgenbach sicherzustellen. Dabei kamen auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Technische Hilfswerk (THW) zum Einsatz.

Als sich in der vergangenen Woche die Gefahr abzeichnete, die Bevölkerung nicht mehr mit genügend Wasser aus den Brunnen und Quellen, aus denen die Gemeinde ihr Wasser bezieht, versorgen zu können, hatte die Gemeinde Kontakt zum Wasserwerk Perlenbach aufgenommen und um Unterstützung gebeten, falls sich die Situation nicht ändern sollte.

Das Wasserwerk sagte seine Unterstützung kurzfristig zu, obwohl hier auch erneut der Notbetrieb droht. Seit Anfang September ist als Folge der Trockenheit ein Wasserbezug vom WAG-Talsperrenverband Dreilägerbach-Kalltal-Obersee notwendig geworden, an einigen Tagen war das gesamte Versorgungsgebiet betroffen. Zurzeit beziehen die Haushalte in der Stadt Monschau und in weiten Teilen der Gemeinde Simmerath ihr Wasser im sogenannten Teilnotbetrieb wieder aus der Perlenbachtalsperre. Schmidt, Roetgen, Lammersdorf-Waldsiedlung und –Kämpchen sowie Hürtgenwald und Kreuzau werden nach wie vor aus der Dreilägerbachtalsperre in Roetgen versorgt.

Sollte die Trockenheit andauern, könnte es dazu kommen, dass das gesamte Versorgungsgebiet des Perlenbachverbandes wieder vom WAG-Talsperrenverband mit Frischwasser versorgt werden müsste. Die Mengen, die nach Bütgenbach abgegeben werden, seien aber unerheblich und würden in der Gesamtbetrachtung keine Rolle spielen, erklärt der Betriebsleiter des Wasserwerks, Derk Buchsteiner.

„Das sind gerade mal acht Prozent des täglichen Verbrauchs in unserem Versorgungsgebiet. Falls wir selbst wieder auf eine Notversorgung angewiesen sein sollten, würde das durch die Abgabe nach Belgien nur wenige Stunden früher der Fall sein. Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe. Ich lasse keinen Nachbarversorger trockenfallen“, sagt er. Die Bürgermeisterin der Stadt Monschau und der Bürgermeister der Gemeinde Simmerath als Vorsteher des Wasserversorgungszweckverbands Perlenbach seien informiert worden.

Dank für die Unterstützung

Durch die Option, die Trinkwasserversorgung durch Umstellung über die WAG sicherzustellen, sei es möglich, der Gemeinde Bütgenbach zu helfen, sagt Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter. „Ich halte es daher für unsere Pflicht, zur Sicherstellung der Wasserversorgung in der Gemeinde Bütgenbach unsere Hilfestellung anzubieten. Ich bin den Mitarbeitern unseres Wasserwerks unter der Leitung des Betriebsleiters Derk Buchsteiner dankbar, dass sie umsichtig und schnell Unterstützung angeboten haben“, erklärt sie. Das sieht auch ihr Kollege aus Simmerath so. „Wenn nicht hier, wann ist sonst europäische Zusammenarbeit beziehungsweise Hilfe angesagt? Deshalb unterstütze ich diese Entscheidung“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Karl-Heinz Hermanns.

Seit Sonntagnachmittag wird die Gemeinde Bütgenbach nun mit Wasser aus der Perlenbachtalsperre versorgt. „Das Wasser aus unseren Brunnen und Quellen hätte zwar noch ein paar Tage gereicht, aber so können wir unsere Reserve aufstocken und sind erstmal beruhigt, denn zurzeit verbrauchen wir mehr Wasser als wir selbst bereitstellen können. Deshalb sind wir sehr dankbar für die Unterstützung“, sagt Paul Hermann, Schöffe für Wasserversorgung, Abwasserversorgung, Forst- und Landwirtschaft und Tierschutz bei der Gemeinde Bütgenbach. Inzwischen habe man genügend Tanklastwagen organisiert und sei auf die Hilfe des DRK und des THW zunächst nicht angewiesen. Wie lange die Situation noch andauern werde, sei nicht genau zu sagen.

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