Nordeifel: Wahlkampf-Endspurt der Parteien auch in der Eifel

Nordeifel: Wahlkampf-Endspurt der Parteien auch in der Eifel

Der Countdown läuft. In wenigen Stunden öffnen die Wahllokale und die Parteien versuchen ein letztes Mal, ihre Wähler zu mobilisieren. Die einen versuchen es mit Kartoffelmessern und Kugelschreibern, die nächsten drücken den Passanten bunte Flyer in die Hand, andere setzen lieber auf die Sprache der Blumen und argumentieren mit roten Rosen.

Auch in der Eifel sind heute noch die Parteien im Wahlkampf auf der Straße unterwegs, um vielleicht doch noch den ein oder anderen Wähler auf die Seite ihrer Partei zu ziehen.

Zum Kochen eingeladen

Die Grünen aus Monschau und Simmerath etwa haben ihre Spitzenkandidatin auf den Victor-Parkplatz in Imgenbroich zum Kochen eingeladen. Unter dem Motto „Teller statt Tonne“ wollen sie dort dem Wähler zeigen, wie man mit Lebensmitteln, die im Supermarkt aussortiert wurden, leckere Gerichte zaubern kann.

Auch die Monschauer SPD will auf dem Parkplatz im Ortskern von Imgenbroich auf sich aufmerksam machen und dort am Samstagvormittag ihren Stand aufbauen. Die Monschauer CDU hingegen will auf weitere Aktivitäten verzichten. Die Linke habe sich gar nicht mit Aktionen am Wahlkampf in der Nordeifel beteiligt, sagt die Sprecherin des Monschauer Ortsverbandes, Erika Krebs.

Am Sonntag werden die Monschauer Parteien keine Aktionen mehr starten, darauf haben sie sich mit Blick auf den Wirtschaftstag und die ehrenamtliche Arbeit vieler Parteimitglieder in den Wahlämtern verständigt.

Die Simmerather CDU will an verschiedenen Stellen noch Flyer verteilen. Flyer, Feuerzeuge, Einkaufchips und -tüten wird die Roetgener FDP heute noch von 10 bis 12 Uhr am Edeka-Markt an der Rosentalstraße verteilen. Keine Aktionen plant hingegen die Simmerather FDP.

Die Roetgener SPD will heute ihre 13 Wahlkreisbetreuer noch mal rausschicken, um Aufforderungen, wählen zu gehen, an die Haushalte zu verteilen. „Wir sehen den Wahlkampf als abgeschlossen an“, heißt es hingegen von Seiten der Roetgener CDU. Kurz vor Toreschluss sei bei den Bürgern nichts mehr zu erreichen.

Der Wahlkampf hat auch bei den Parteien Spuren hinterlassen. Der Verlauf wird unterschiedlich empfunden. Am Anfang sei es eher langweilig gewesen, sagt der Fraktionsvorsitzende der Monschauer Grünen, Werner Krickel. Zum Ende hin sei es spannender geworden und habe schließlich „in einer Schlammschlacht“ gegen die Grünen geendet.

Der Fraktionsvorsitzende der Roetgener FDP, Dr. Georg Dittmer, blickt entspannt auf den Wahlkampf zurück. Am Stand seiner Partei seien die Gespräche mit den Bürgern meist positiv verlaufen. Man sei aber auch mit den anderen Parteien „gut ins Gespräch gekommen“. „Wir haben keine Kriegsstimmung erlebt. So tief sind wir hier nicht gesunken“, sagt Dittmer. Von einem routinemäßigen Wahlkampf spricht der Vorsitzende der Roetgener SPD, Helmut Mulortz.

Für den Roetgener CDU-Vorsitzenden, Stephan Speitkamp, war der Wahlkampf durch die Medien geprägt. Auch der Einsatz vor Ort sei vehement gewesen. Ähnlich sieht das der Simmerather CDU-Vorsitzende, Bernd Goffart. Der Wahlkampf sei in erster Linie über die Medien geführt worden. Insgesamt sei der Wahlkampf aber nicht verletzend und fair gewesen.

Ruhiger als früher

Monschaus CDU-Vorsitzender Micha Kreitz hat hingegen eine grundsätzliche Veränderung beobachtet. Wahlkampf finde im Vergleich zu früheren Jahren heute anders statt, sagt Kreitz. Er habe den Wahlkampf als ruhig wahrgenommen. Die Parteien reagierten darauf, dass die Bürger sich nicht schon ein halbes Jahr vor Abgabe ihrer Stimme mit dem Wahlkampfthemen der Parteien beschäftigen wollten. Auch die Vorsitzende der Monschauer SPD, Brigitte Olschewski, hat den Wahlkampf als ruhiger empfunden. „Das war gedämpfter als sonst, und es wurde auch nicht so intensiv plakatiert“, sagt sie.

(ag/jb)
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