Wachstumsinitiative AC2: Membion GmbH überzeugt mit Membranfiltern

Wachstumsinitiative AC2 startet bald wieder : Eifeler Unternehmen fischt erfolgreich im Trüben

Die Wachstumsinitiative AC2 startet bald wieder. Die Membion GmbH aus Imgenbroich, der aktuelle Preisträger, überzeugte im vergangenen Jahr mit neuartigen Membranfiltern. Auch für die Zukunft ist dort einiges geplant.

Vor dem Start zur neuen Runde der AC2-Wachstumsinitiative steht der Blick zurück: In Monschau haben sich die Macher des Wettbewerbs bei dem aktuellen Preisträger davon überzeugt, dass das Konzept zur Wirtschaftsförderung aufgeht. Die Membion GmbH aus Imgenbroich will in den kommenden Jahren kräftig wachsen und hat gerade zwei neue Fachkräfte eingestellt.

Die Membranspezialisten um Klaus Vossenkaul beweisen, dass man durchaus erfolgreich im trüben Wasser fischen kann: Ihre neuartige Konstruktion eines Membranfilters ist wartungsarm, spart Energie und filtert sogar Krankheitserreger, Bakterien, antibiotikaresistente Keime oder Mikroplastik aus dem Wasser. Fünf Jahre lang hat der Roetgener zuvor mit seinem Geschäftspartner Dirk Volmering in aller Stille den Prototypen entwickelt und so die Grundlage für das junge Unternehmen geschaffen, das im Juni zum Sieger beim Businessplanwettbewerb „AC² – die Wachstumsinitiative“ gekürt wurde.

Derzeit testet das Unternehmen seine Technik in einem Pilotprojekt beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER) im Klärwerk Konzen. Ersten Ergebnissen zufolge kann mit der neuen Technologie der Energiebedarf für die Belüftung der Membranfilter tatsächlich um bis zu 50 Prozent gesenkt werden – für die Branche ein Quantensprung.

In den kommenden Tagen geht eine weitaus größere Demonstrationsanlage in Betrieb, die Teil des Klärwerks in Simmerath ist. „Dort können wir unsere Technik dann im realen Einsatz für mehr als 1000 Einwohner unter Beweis stellen“, erläuterte Vossenkaul seinen Gästen, darunter Städteregionsrat Tim Grüttemeier (CDU) und Christian Laudenberg, Geschäftsführer der Gründerregion Aachen.

Grüttemeier hob in Monschau die Bedeutung der Wachstumsinitiative für die Wirtschaftsförderung in der Städteregion hervor. Unternehmer hätten oft das Problem, dass das Tagesgeschäft alle Kapazitäten binde und keine Zeit für strategische Planung bleibe. „Genau dabei helfen dann die Berater, die den Wettbewerbsteilnehmern zunächst kostenfrei unter die Arme greifen, wenn es um neue Strategien geht“, sagte Grüttemeier. Die Bilanz der Initiative könne sich sehen lassen: Seit 2003 hätten genau 555 Unternehmen teilgenommen, die 2200 neue Arbeitsplätze und eine Werschöpfung von 142 Millionen Euro geschaffen hätten.

„Tatsächlich war die Teilnahme für unser jungen Unternehmen ein Glücksfall“, sagte Vossenkaul, der seinen AC2-Berater Michael Becker von der Aachener Alabon auch künftig bei der strategischen Planung im Unternehmen einbinden will. Aus derzeit sechs Beschäftigten sollen bis Ende 2022 dann 27 werden. Die ersten beiden neuen Arbeitsverträge hat Vossenkaul gerade unterschrieben. „Wir waren vorher stark von der Entwicklung geprägt. Uns fehlte die wirtschaftliche Strategie“, sagte Vossenkaul.

Der Wettbewerb sei nicht zuletzt für Unternehmensnachfolger attraktiv, meinte Christian Laudenberg, Geschäftsführer der Gründerregion Aachen. Von den rund 95.000 Unternehmen in der Wirtschaftsregion Aachen stehen seinen Schätzungen zufolge 800 bis 1000 vor einer Nachfolge. „Jeder Nachfolger braucht eine Strategie für die Zukunft – zum Beispiel beim Thema Digitalisierung“, sagt Laudenberg. Er ruft interessierte Unternehmer dazu auf, sich am Donnerstag, 10. Oktober, im digitalHUB Aachen, Jülicher Str. 72a, ab 8 Uhr über die konkreten Modalitäten zu informieren. Die Auftaktveranstaltung für Stadt und Städteregion Aachen findet dann am Donnerstag, 14 November, statt.

Mehr Informationen im Internet unter www.ac-quadrat.de

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