Aachen: Vorrang für regionale Produkte

Aachen: Vorrang für regionale Produkte

Auf den Höfen der Region ist die Ernte eingefahren. Traditionell zeigen die Landwirte ihre Dankbarkeit beim Erntedankfest. Das findet am Sonntag, 7. Oktober, statt. Doch schon jetzt gab die Kreisbauernschaft einen Erntedankempfang im Foyer des Städteregionshauses. Dabei konnten die Gäste von den leckeren regionalen Lebensmitteln kosten, die von den Rheinischen Landfrauen zubereitet werden.

Aktuell sei die Lage der Landwirte gespalten, sagte Wilfried Jansen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. Ackerbauern erzielten hohe Preise für Raps und Getreide. „Auf der anderen Seite leidet man mit tierhaltenden Landwirten.” Die Erlöse für Milch und Fleisch reichten „vorne und hinten nicht”. Zugleich stiegen die Preise für Futtermittel.

Außerdem stünden die Landwirte häufig in der Kritik. Man werfe ihnen vor, ihr Vieh nicht art- und tierschutzgerecht zu halten. Dabei würden allzu oft „realitätsferne Wunschvorstellungen” ins Spiel gebracht, stellte Jansen fest.

Und trotzdem: Die Verbraucher kauften überwiegend im Supermarkt und beim Discounter. Dadurch seien die Landwirte unter Kostendruck. „Das führt dazu, dass man immer größere Ställe bauen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben”, sagte Jansen.

Er mahnte auch eine ausgewogene Nutzung der Feldfrüchte für die Nahrungsmittel- und Energieproduktion an. „Der Hunger nach Energie steigt stärker, als der Hunger nach Lebensmitteln”, warnte Jansen.

Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg sprach sich für „faire, nachhaltige Lebensmittel und Landwirtschaft” aus. Er wünschte sich eine „naturnahe Landwirtschaft mit angemessenen Preisen” und nachhaltig arbeitende Familienbetriebe.

Einig war er sich mit Aachens OB Marcel Philipp, dass die Landwirtschaft zu den Themen gehöre, an denen Politik und Verwaltung in der Städteregion arbeiten wollen. Man wolle Identifikation schaffen, indem man „regionale Produkte in den Fokus” setzt. Dazu bedürfe es Marken- und Bewusstseinsbildung. Politik und Landwirte sollten in diesen Fragen eng zusammenarbeiten.

Mehr von Aachener Zeitung