Kall: Von Landarzt und Schlitzohr

Kall: Von Landarzt und Schlitzohr

„Er ist ein Schlitzohr und Eifeler Platt schwadronierender Native Speaker“. So beschreibt Manfred „Manni“ Lang seinen Co-Autor Dr. Franz-Josef Zumbé. Gemeinsam stellten die beiden im Rahmen der Lit.Eifel im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg ihr Buch „Ein Doc in der Eifel“ vor. Den 210 Zuhörern bescherten sie einen vergnüglichen Abend.

Im Premierenpublikum befanden sich natürlich viele Patienten des Landarztes. Sichtlich amüsierten sich auch Margareta Ritter, die Bürgermeisterin von Monschau und Lit.Eifel-Vorsitzende, der Verleger Ralf Kramp und die Illustratorin des Buchs, Anna Lang.

Die fein erzählten Geschichten und Anekdoten „Aus dem Leben eines Landarztes“, so der Untertitel, werden sozusagen im humorvollen Dialog miteinander verbunden durch Texte des Journalisten und Diakons Manfred Lang über Gott und die Welt, genauer über Gott und die Eifel.

Dr. Franz-Josef Zumbé betreibt seit 38 Jahren eine Arztpraxis in Nettersheim-Tondorf, seit 26 Jahren ist er Kreisstellen-Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung, „oberster Medizinmann im Kreis“, wie Manfred Lang ihn vorstellte. Kein Wunder also, dass auch viele seiner Patienten sowie Mitarbeiter im Publikum saßen.

Neugierig, ob sie reale Personen hinter den Landarztgeschichten erkennen, waren auch Zumbés Praxis-Mitarbeiterinnen Martina Schmitz und Michaela Lorse. Dass dem nicht so war, spricht ebenso für das Autorengespann, wie die Art und Weise, in der sie sich bei der Lesung die Bälle zuspielten — und das mit scheinbar verkehrten Rollen. Manfred Lang nämlich ist in der Eifel auch als Mundartexperte bekannt — bei der Steinfelder Lesung aber übersetzte er das, was Dr. Zumbé auf Platt schwadronierte, ins Hochdeutsche.

Gleich zu Beginn hatte der Mediziner unumwunden zugegeben: „Ich kann kein Hochdeutsch.“ Für köstliches Sprach-Kuddelmuddel und Lachsalven im Publikum sorgte Manni Lang mit einer Replik der Geschichte seines früheren Zeitungskollegen und Chefredakteurs Anton Sterzel unter dem Titel „The Roses-Monday-Train“. Der Kollege versucht in dieser zum Brüllen komischen Story, „einer Gruppe Bonner Diplomaten-Pänz den Rosenmontagszug zu erklären“.

Bei allem Humor schwingen in Zumbés Geschichten auch immer der Respekt vor dem einzelnen Menschen und die Sympathie für „seine“ Eifeler durch, ebenso eine gute Portion Selbstironie.

Mit dem nachgeschobenen „Eifel Doc“ haben die Lit.Eifel-Macher dem Literaturfestival, das ursprünglich mit der Eifeler Buchmesse zu Ende gehen sollte, ein köstliches Sahnehäubchen aufgesetzt — sehr zur Freude des begeisterten Publikums.

(pp)