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Roetgen: Von der CDU zur SPD: Ein Wechsel mit Folgen

Roetgen : Von der CDU zur SPD: Ein Wechsel mit Folgen

Ratsherr Karsten Knoth (61) hat die Partei und im Roetgener Gemeinderat die Fraktion gewechselt: von der CDU zur SPD.

Bürgermeister Manfred Eis eröffnete am Dienstagabend die Sitzung des Hauptausschusses mit einem Knaller: Durch den Wechsel von der CDU zur SPD haben sich die Mehrheitsverhältnisse geändert. Im Rat gibt es eine Patt-Situation, die Stimme des Bürgermeisters ist nun ausschlaggebend.

Karsten Knoth hatte schon längere Zeit Probleme in und mit der CDU: Vier Jahre lang war er sogar Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes. Auf dem Parteitag Mitte Oktober 2002 verzichtete er auf eine mögliche Wiederwahl.

In der CDU, so erläuterte er damals, sei eine Entwicklung und ein Zustand eingetreten, „in dem eine weitere Mitarbeit für mich nicht mehr erstrebenswert” sei, begründete Karsten Knoth damals seinen Rückzug.

Allerdings war er damals trotz drängender Fragen aus der Versammlung nicht bereit, konkrete Einzelheiten zu nennen. „Ich habe keine Lust mehr”, sagte Karsten Knoth damals. Nachfolger im Amt des CDU-Vorsitzenden wurde dann Stephan Speitkamp.

Karsten Knoth hat dann am 24. November in einem Brief dem Bürgermeister als Vorsitzendem des Gemeinderates mitgeteilt, dass er der CDU gegenüber den Austritt aus der CDU-Fraktion erklärt habe.

Zunächst sah es dem Vernehmen nach so aus, als wollte Karsten Knoth dem Gemeinderat als partei- und fraktionsloser Abgeordneter angehören.

Bei der letzten Kommunalwahl hatte Karsten Knoth im Wahlkreis 1 das Direktmandat errungen, dabei brachte er es auf einen Stimmanteil von 39,8 Prozent. Das war das schlechteste Ergebnis aller Direktmandate für den Roetgener Gemeinderat.

Oft einstimmig

Ob der Wechsel von Karsten Knoth zur SPD die Politik und Arbeit im Rat entscheidend verändern wird, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Manfred Eis: „In den Fachausschüssen hat es bisher kaum Kampfabstimmungen gegeben, zahlreiche Beschlüsse waren einstimmig.

Die CDU hat inzwischen den Antrag gestellt, den Haupt- und Finanzausschuss wie auch den Ausschuss für Umwelt, Fremdenverkehr und Forst aufzulösen und neu zu besetzen. Über diesen Antrag muss der Gemeinderat entscheiden.

Die Sitzverteilung im Roetgener Gemeinderat lautete bis Dienstag zu Beginn der Sitzung des Hauptausschusses: CDU 12, SPD 8, Grüne 4 und FDP 2 Sitze. CDU und FDP haben eine Zusammenarbeit vereinbart, somit hatten CDU und FDP zusammen bisher 14 Stimmen gegenüber 12 Stimmen der SPD und der Grünen.

Bürgermeister Manfred Eis ist im Hauptausschuss wie im Gemeinderat stimmberechtigt, doch auch mit ihm brachte Rot-Grün es nur auf 13-Stimmen gegenüber 14 von Schwarz-Gelb. Nach dem Wechsel von Karsten Knoth zur SPD hat die CDU noch 11 Mandate, die SPD hat nun 9 Abgeordnete, die Grünen haben weiterhin vier Sitze, die FDP zwei.

Wenn CDU und FDP weiterhin koalieren, haben sie gemeinsam 13 Stimmen im Rat, ebenso nun auch SPD und Grüne, so dass die Stimme des Bürgermeisters entscheidend ist, sollt es bei einer Abstimmung zum Patt kommen.