Nordeifel/Simmerath: Volkstrauertag: Mahnung und Verpflichtung zum Frieden

Nordeifel/Simmerath : Volkstrauertag: Mahnung und Verpflichtung zum Frieden

Allerorten wurde im Monschauer Land am Sonntag der Toten der beiden Weltkriege gedacht; die Bedeutung des Volkstrauertags stellten zahlreiche Redner heraus.

In Simmerath wurde zunächst ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer gefeiert, Pfarrer Volker Böhm und Gemeindereferent Sven Riehn hatten sich hierzu Gedanken gemacht. „Es war keine gerechte Sache, was da 1939 begonnen wurde“, erinnerte Sven Riehn und fügte hinzu: „Auch die deutschen Soldaten verdienen ein ehrendes Gedenken, das gilt für den Ersten und für den Zweiten Weltkrieg. Wir beten dafür, dass kein neuer Krieg, keine neue Katastrophe unser Land verheeren möge.“

„Sinnlos gestorben“

Nachdem Pfarrer Böhm im Evangelium das Gleichnis von den anvertrauten Talenten vorgetragen hatte, fand er eine Verbindung zum Volkstrauertag: „Wenn man die Kreuze auf den Kriegsgräberstätten sieht, stellt man fest: Es waren junge Menschen, die umgekommen sind; sie hatten die gleichen Träume wie wir und sind sinnlos gestorben. Wir müssen jeden Tag unsere Talente einsetzen, dass so etwas nicht wieder geschieht. Frieden unter den Völkern fängt bei uns an, in der Familie und am Arbeitsplatz. Wir müssen versuchen, Konflikte zu lösen.“

Kranzniederlegung am Ehrenmal

Ein schöner, vielstimmiger Gesang ertönte in der Kirche, als der Kirchenchor unter der Leitung von Gabriele Scheidweiler-Pleines „Gott sei stets in mir“ von Malcolm Archer und das „Ave Verum“ von Alexandre Guilmant vortrug. In den Fürbitten betete die Gemeinde mit den Geistlichen für alle, die durch Krieg, Gewalt und Terror ihr Leben verloren haben, und für die, die im Einsatz für Unterdrückte und Verfolgte ums Leben gekommen sind.

Nach dem Wortgottesdienst setzte sich ein kleiner Zug zum Ehrenmal in Bewegung, angeführt vom Trommler- und Pfeiferkorps und den Musikern der Hansa-Gemeinschaft. Hier begrüßte Erwin Finken, der Vorsitzende des Simmerather Ortskartells, die Anwesenden.

Er sieht den Volkstrauertag nicht als einen Tag der Trauer, aber auch als Mahnung und Verpflichtung. Angesichts 28 Kriege und bewaffneter Konflikte, die es zurzeit weltweit gebe, seien wir noch meilenweit entfernt von Frieden, Freiheit und Demokratie, meinte Erwin Finken.

Er zitierte das „Friedensgebet der Vereinten Nationen“: „Unsere Erde ist nur ein kleiner Körper im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.“

Auch Kinder der Grundschule Simmerath hatten sich Gedanken zum Frieden gemacht, vier Mädchen trugen sie vor.

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Bernd Goffart, fand eindringliche Worte: „Wir haben den Auftrag, den vielen Kriegen nicht tatenlos zuzusehen. Wir dürften keine Waffen nach Saudi-Arabien liefern, wo doch durch dessen Blockade im Nachbarland Jemen unsägliches Leid geschieht.“

Zur Kranzniederlegung, die Vertreter des Kameradschaftlichen Vereins und der Kevelaer Bruderschaft vornahmen, spielten die Trommler und Pfeifer das Lied vom guten Kameraden.

Nachdem alle gemeinsam die Deutsche Nationalhymne gesungen hatten, verabschiedete Erwin Finken sich mit Dankesworten bei allen, die gekommen waren und zur Feier ihren Beitrag geleistet hatten. Für ihn war es das 40. Mal, dass er diese Feier mit gestaltete.