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Vogelsang: Vogelsang: Das Militär-Ende naht

Vogelsang : Vogelsang: Das Militär-Ende naht

In eineinhalb Jahren ist die militärische Ära Vogelsangs definitiv vorbei. Aber schon in sechs Monaten wird kein Schuss mehr fallen, dann beginnt das Jahr der Demontage.

Alle militärischen Anlagen werden nach einem ausgearbeiteten Plan zurückgebaut. Feste Bauten bleiben allerdings erhalten. Nach der Vorstellung der Nationalparkverwaltung sollen darin Tiere oder Vögel Einzug halten. Höhere Bauten könnten als Wildbeobachtungskanzeln von Besuchern im Park genutzt werden. Schon abgebaut sind der Mörserplatz und der Schießstand für Scharfschützen in der Gemarkung Hollerscheid, etwa in Höhe Katzenbroich.

35 Schießbahnen

„Wir werden in eineinhalb Jahren auftragsgemäß Vogelsang verlassen”, versichert Presseoffizier Christian Vinage. Dann kann der Nationalpark im Camp Einzug halten. Vorher dürfen Zivilisten das Camp nicht betreten, weil die Militärs über hochsensible computergesteuerte Schießanlagen verfügen. Auf dem Platz gibt es 35 Schießbahnen, alle in den Talmulden.

Die Ziele sind nicht nur computergesteuert, sondern auch beweglich, was den Soldaten höchste Präzision abverlangt. Die Anlagen sind oft versteckt im Wald oder hinter Hügeln. Das heißt: Der Soldat oder auch der Polizeibeamte geht mit dem Gewehr im Anschlag durch den Wald und plötzlich tut sich vor ihm ein Ziel auf.

Leichte Infanteriewaffen

Bei der Polizei rangiert dies unter „menschliche” Ziele, wie etwa Bilder von einem Trinker, einem Kind oder einem Priester. Auf diese Ziele darf nicht geschossen werden. Der Polizist darf nur auf Waffenträger feuern, die er blitzschnell im Busch erkennen muss. Geschossen wird in Vogelsang mit leichten Infantriewaffen, Bordkanonen bis 25 Millimeter, Panzerfäusten und Granatwerfern bis 81 Millimeter.

Vogelsang hat sich in vielen Übungsbereichen spezialisiert, so gibt es einen Sprengplatz und einen Übungsplatz für Brandflaschen. In Vogelsang üben nicht nur Natoeinheiten, sondern auch Spezialkommandos der Polizei und der GSG. Auch Feuerwehren fuhren nach Vogelsang zu Spezialeinsätzen.

Aneinander gewöhnt

Schon jetzt stehen täglich Leute an den Toren von Vogelsang. Besonders sonntags verlangen „Naturschützer” Einlass. Sie müssen aus Sicherheitsgründen abgewiesen werden.

Keiner der 195 Zivilisten und 90 Soldaten verlässt das Camp gerne: „Trotz mancherlei Querelen haben wir uns nämlich aneinander gewöhnt”, sagt der Zivilangestellte Paul Gehlen. Ab dem 1.Januar kommenden Jahres beginnt auch für die Angestellten des Camps der personelle Abbau.

Vielleicht erhält Dreiborn dann die Umgehungsstraße. Sie ist vorhanden, wird aber nur von den Soldaten benutzt. Die „Panzerstraße” könnte Entlastung für Dreiborn bringen, wenn die Nationalparkbesucher kommen.