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Monschau: Vincent-Weber-Ausstellung: Der Junge mit den „glücklichen Augen”

Monschau : Vincent-Weber-Ausstellung: Der Junge mit den „glücklichen Augen”

Vincent Weber - ein Künstler von Weltrang, der Generationen von Künstlern, Kunsthandwerkern und Designern geprägt hat, gehört zu den berühmten „Söhnen Monschaus”, er bringt nun, 18 Jahre nach seinem Tod, neuen Glanz in die Kunst- und Kulturstadt Monschau.

Vincent Weber, der „Weltbürger”, der seine Werke in Peking ausgestellt hat, der Professor für sakrale Malerei in Rom war, den Studienreisen nach Südamerika und in die Sahara gebracht haben, gibt Monschau eine neue europäische Dimension.

Sensationelle Ausstellung

Leben und Werk des Künstlers sind Themen einer großartigen, durchaus sensationellen Ausstellung, die vom 5. Juli bis zum 31. August im Monschauer KuK zu sehen, zu erleben und zu genießen ist.

Diese Ausstellung lässt den Künstler, am 16. November 1902 in Monschau geboren und am 6. März 1990 in Frankfurt verstorben und auf dem Friedhof in Monschau beigesetzt, ein Stück weit wieder lebendig werden: Die Ausstellung in Monschau zeigt zum ersten Mal persönliche Dokumente und Reproduktionen von Vincent Webers Arbeiten, er ist in der Ausstellung präsent - durch zahlreiche Fotos, durch Tondokumente des Hessischen Rundfunks.

Geplant sind Führungen zu den Plätzen in Monschau, an denen Vincent Weber gemalt hat, Schulklassen werden eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. In der Ausstellung im KuK können die Besucher dem Künstler begegnen, sie wird die Kraft haben, ein „positives Bewusstsein zu erzeugen”, denn, so Kreisdirektor Helmut Etschenberg jetzt im Pressegespräch, Vincent Weber war ein „bedeutender und imponierender Mensch”.

Die Idee zur Vincent-Weber-Ausstellung hatte Dr. Nina Mika-Helfmeier, Projektleiterin beim Kreis Aachen und Leiterin des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) in Monschau.

Vor gut sechs Jahren entdeckte Dr. Nina-Mika- Helfmeier Vincent Weber eher zufällig in der Neuen National-Galerie in Berlin. Der Vermerk am Bild „Vincent Weber, Montjoie” ließ Frau Mika-Helfmeier aufhorchen: Montjoie, das war doch einst (bis 1918) der Name von Monschau. Die „Spurensuche” führte die Kuk-Leiterin unter anderem nach Stettin und zum „Bauhaus” nach Weimar. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Vincent Weber arrangierte das „Bauhaus” im Jahr 2002 unter dem Namen „Zauberteppich” eine Ausstellung mit Werken von Vincent Weber und somit auch über sein Leben und Wirken.

Anhand von mehr als 150 Werken (Gemälde, Handzeichnungen, Druckgrafiken, Collagen, Glasfensterentwürfe und Arbeiten aus der Metallwerkstatt) wurden 70 Jahre intensiver künstlerischer Tätigkeit erlebbar. In einem umfangreichen Buch (Katalog) wird das Leben und Wirken von Vincent Weber intensiv beschrieben und gewürdigt, in diesem Buch kommt der Künstler auch selbst zu Wort. Später (2004) waren Teile der Ausstellung dann auch im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zu sehen. Die „Spurensuche” führte Nina Mika-Helfmeier auch zu Verwandten von Vincent Weber. Dazu gehören Anneliese und Brunhilde Esser, ihre Mutter Anna war eine Schwester des Künstlers, sein Bruder war Arnold Weber (Installateur). Im Pressegespräch zur Vorbereitung der Ausstellung erzählte Brunhilde Esser aus dem Leben ihres Onkels, dessen künstlerische Fähigkeiten schon früh entdeckt wurden.

Glückliche Augen

Es war im heißen August des Jahres 1912, als der kleine Vincent, noch nicht ganz zehn Jahre alt, auf dem Marktplatz in Monschau (damals noch Montjoie) vor einer Staffelei sitzt und die Burg mit dem Eselsturm zeichnet. Da kommt ein „älterer Herr mit Spitzbart” und bemerkt, dass der Junge „glückliche Augen” habe. Der „ältere Herr” war der Stuttgarter Maler und Akademiedirektor Adolf Hölzel, der zum eifrigen Förderer, Lehrer und zum Freund des jungen Malers aus Monschau wurde, der schon in Aachen von August von Brandis unterwiesen wurde und später als Bauhaus-Schüler von namhaften Künstler wie Feininger, Kandinski und Klee unterrichtet wurde.

Höchste Zeit

Nina Mika-Helfmeier: „Vincent Weber ist in der ganzen Welt bekannt, nur in Monschau nicht. Die Schüler lernen viel über Picasso, aber nichts über Vincent Weber.” Es werde nun höchste Zeit, dass (teilweise noch nie gezeigte) Werke von Vincent Weber in Monschau ausgestellt werden. Um 16 Uhr am Samstag, 5. Juli, wird die Ausstellung eröffnet.