Nordeifel: Viel Sonne, wenig Regen: Der sonnigste März seit 1933

Nordeifel: Viel Sonne, wenig Regen: Der sonnigste März seit 1933

Der erste Frühlingsmonat März hinterließ bei uns allen einen positiven Eindruck. Sonnig, zu warm und sehr trocken. Sogar über die Karnevalstage konnte man nicht meckern.

Diesmal war alles nach Wunsch, Schnee zu Weihnachten und herrlicher Sonnenschein an den Karnevalstagen. Das haben wir auch schon umgekehrt kennen gelernt. Es war kein gewöhnlicher März.

Schauen wir uns die Besonderheiten mal genauer an. Die Temperaturen jedenfalls waren nicht rekordverdächtig. Im Schnitt lag das Monatsmittel um 1,0 bis 1,3 Grad zu hoch. Und so sah die Differenz der Mitteltemperaturen zwischen Aachen mit 7,0 Grad (+0,9 Grad) und Kalterherberg mit 3,8 Grad (+1,3 Grad) aus.

Auch die Höchstwerte des Monats, meist am 15.3. gemessen, waren mit fast 19 Grad im Raum Aachen angenehm, aber keine Spitzenwerte (anders am 23. März 1945 in Aachen mit 24,4 Grad). Die kältesten Nächte des Monats wurden zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag gemessen, eine Folge der Hochdruckwetterlage zu Karneval. Der Frost erreichte in Kalterherberg -6,9 Grad, in Höfen -7,1 Grad und in den Tallagen -3 bis -4 Grad.

Die Zahl der Frostnächte wurde gegen über dem Langzeitwert nur leicht übertroffen (Simmerath-Strauch 12 und sogar 20 im Rurtal bei Kalterherberg). Häufige ruhige Hochdruckwetterlagen mit sehr trockener Festlandsluft waren die Ursache für die hohe Anzahl der Sonnenstunden - und die waren wirklich rekordverdächtig. Unsere Solaranlagen wurden regelrecht verwöhnt mit Sonnenstrahlen, hier einige Beispiele: Windpark Schöneseiffen und Mützenich 210 Stunden, Alsdorf-Warden Deponie 208 Stunden, Aachen 198 Stunden und Kalterherberg 192 Stunden. Überall war es der sonnigste März seit 1933 (damals 219 Stunden in Aachen).

Folgt ein heißer Sommer?

Auffallend bei den Jahren mit viel Märzsonne ist die Tatsache, dass oft heiße Sommer folgten, wie z.B. 1976 und 2003. Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten des Sonnenscheins betrug die positive Abweichung im März 150-170 Prozent. Schöneseiffen und Mützenich gehörten im vergangenen Monat zu den zehn sonnigsten Orten in Deutschland und der Abstand zum Spitzenreiter „Mücheln in Sachsen-Anhalt” betrug nur 27 Stunden.

An 15 Tagen schien die Sonne auf den Eifelkuppen mehr als zehn Stunden lang - einfach grandios. Viel Sonnenschein gepaart mit großer Trockenheit hatte eine ungewöhnliche Waldbrandgefahr schon im März zur Folge.

In weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen fielen im März nur zehn bis 20 Prozent des durchschnittlichen Regens. Eine Schneedecke wurde nicht mehr beobachtet bis in höchste Höhen.

Die trockensten Orte in der Eifel und Voreifel waren die Perlenbachtalsperre mit acht l/qm, Mützenich und Schöneseiffen mit nur zehn l/qm. Auch die anderen Ortschaften lagen nur knapp darüber (höchster Wert 19 l/qm in Alsdorf-Warden an der Deponie). So trocken war zuletzt der März 1993 und die Märzmonate der Jahre 1928 und 1929.

Für die Windradbetreiber herrschte im März beständige Flaute. Nur wenige Tage erreichten die März-Normalform. Windstärke acht wurde nur am 10. und 31. März in höchsten Lagen und auf den Aachener Höhen erzielt.

In den letzten Märztagen kehrten auch die ersten Schwalben (extrem früh) in unsere Region zurück.

Auch Anfang April war beim Wetter alles Realität und kein Scherz. Mit über 24 Grad im Raum Aachen wurde fast ein Sommertag wie 1968 beobachtet. Da kann man gespannt sein, wie das weitergeht in diesem Jahr. Bis zum 10. April war auch der zweite Frühlingsmonat extrem trocken, sehr sonnig und gut drei Grad zu warm.

Am heutigen Dienstag (12. April) zeigt der April nur kurz sein wirkliches Gesicht. Regenschauer und ein Temperatursturz auf fünf bis neun Grad bringen nur den Landwirten kurzzeitig Freude. Sogar Graupelschauer oder Schneeflocken sind am Dienstagabend in höchsten Lagen möglich.

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