VHS Südkreis Aachen will tiefer in digitale Welten eintauchen

VHS zieht Bilanz : Die Volkshochschule will tiefer in digitale Welten eintauchen

Die Volkshochschule für den Südkreis Aachen (VHS) hat sich im Jahr 2018 positiv entwickelt. Das wurde auf der Sitzung der Verbandsversammlung des Volkshochschulzweckverbandes deutlich.

Insgesamt wurden 4584 Unterrichtsstunden erteilt, wovon circa 4275 Stunden förderungsfähig sind, so dass das gesetzlich vorgeschriebene Mindestangebot von 3200 Unterrichtsstunden um etwa 1075 Stunden überschritten wird. In Monschau wurden 1520 förderfähige Stunden (1390 Jahressoll), in Roetgen 1450 Stunden (900 Jahressoll) und in Simmerath 1305 Stunden (1710 Jahressoll) erteilt. Der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Karl-Heinz Hermanns, zeigte sich erfreut, „dass wieder rund ein Drittel mehr Stunden angeboten wurden als das Soll erfordert“ und sprach der Leiterin der VHS, Marlies Breuer, und ihrem Team seinen Dank aus.

„Die Zahlen sprechen für sich“, sagte Breuer und sprach den Erfolg dem gesamten VHS-Team zu. Erfreulich sei, dass es Dozenten gebe, die sich melden und neue Dinge anbieten würden, berichtete Breuer. Beispiele seien aktuelle Themen aus der Wissenschaft und der Politik, Verbraucherfragen, das Thema Datenschutz und grenzüberschreitende Angebote, die sich mit den Besonderheiten der Region befassen.

Im Oktober habe es bei der Zertifizierung der Bildungseinrichtung keine Beanstandungen gegeben. Im Bereich der Bildungsscheck- und Bildungsprämienberatung sei die VHS ins Plus geraten, erklärte Breuer. Diese Fortbildungsangebote richten sich an Menschen mit geringem Einkommen. „35 Beratungen sind relativ viel für eine kleine VHS“, sagte Breuer. Von einer möglichen Änderung des Weiterbildungsgesetzes erhofft sich die VHS-Leiterin mehr Fördermittel. Außerdem berichtete sie von weiteren Möglichkeiten der Dozentenfortbildung. Diese seien von zwei Dozenten genutzt worden. Dazu habe es eine Förderung von jeweils 2500 Euro gegeben, die VHS habe aber keinen Beitrag leisten müssen.

„Wir sind bei der Digitalisierung auf einem guten Weg“, erklärte Breuer und verkündete, dass die VHS künftig auch Live-Streams anbieten werde, „um auch über diese Möglichkeit in digitale Welten einzutauchen“. Außerdem möchte sie im kommenden Semester „digitale Tapas“ in Form von Vorträgen, etwa zum Thema „Robotik und Moral“ anbieten. Im Juni wurde außerdem ein neuer Mitarbeiter eingestellt, der den strukturellen Aufbau beim Thema Digitalisierung vorantreiben soll. Für das Sommersemester ist die Gründung eines „philosophischen, digitalen Salons“ angedacht, in dem verschiedene Facetten der Entwicklung der Digitalisierung unter wissenschaftlicher Begleitung der RWTH Aachen diskutiert werden können.

Die VHS sei insgesamt auf einem guten Weg, sagte Breuer und richtete ihren Appell an die Vertreter der Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen, die Bildungseinrichtung bei der Verteilung von Fördermitteln nicht zu vergessen.

„Es ist erfreulich, dass sich die VHS breiter aufstellen kann“, sagte Hermanns. Das Angebot belege die Vielfältigkeit der Kurse und mache die guten Ergebnisse bei der Akzeptanz aus. Mario Johnen (SPD/Roetgen) sah die VHS am Puls der Gesellschaft, und Manfred Sawallich (SPD/Simmerath) sprach von der Digitalsierung als einem zentralen Thema, bei dem eine Spaltung der Gesellschaft drohe. „Dem müssen wir entgegenwirken“, betonte Sawallich. Am Lehrplan der VHS werde deutlich, dass sie mehr sei als eine Bildungseinrichtung, denn es würden eben auch soziale Aspekte berücksichtigt.

(ag)
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