Veterinäramt beschlagnahmt die Tiere des Zirkus der Familie Lauenburger

Tierschutz: Veterinäramt beschlagnahmt Zirkustiere der Familie Lauenburger

Das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der Städteregion Aachen hat am Donnerstag 13 Tiere des Zirkus der Familie Lauenburger, der in den vergangenen Wochen in Imgenbroich gastierte, vorübergehend beschlagnahmt.

Der Vorwurf: Die Tiere seien nicht adäquat untergebracht. „Es ist immer das letzte Mittel, die Tiere mitzunehmen“, sagte Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, am Freitag auf Nachfrage. Man habe in den vergangenen Tagen und Wochen in Kontakt zu dem Zirkus gestanden und mehrmals Vorkontrollen gemacht. „Da gab es vom Besitzer den Hinweis, dass die Tiere in ein Winterquartier gebracht werden sollen. Aber de facto gab es keinen Umzug“, sagte Funken.

„Wir wollten die Tiere wegbringen, doch dann hat es die letzten Tage so stark geschneit, wir kamen mit unseren Lkw nicht mehr von dem Gelände runter, weil die festgefahren sind“, meinte Zirkusbetreiber Roland Lauenburger am Donnerstag vor Ort. Bis zum 6. Januar habe man in Imgenbroich Weihnachtsshows aufgeführt, erzählt er. Nun habe man abgebaut und wolle nach Hellenthal im Kreis Euskirchen fahren und die Tiere dort im Winterquartier unterbringen. Doch plötzlich sei das Veterinäramt aufgetaucht und wolle die Tiere nun mitnehmen.

„Wir haben vor zwei Tagen vom Amt Bescheid bekommen, der Zirkus gebe ihnen nicht genug Futter, sie seien unterernährt“, berichtete er, während er auf einen Lkw voller Heu wenige Meter weiter deutete. „Das ist Quatsch. Unsere Tiere sind wohlgenährt und gepflegt“, sagte er. Man habe jedoch keine Meldung vom Veterinäramt erhalten, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten werden würden.

Unter anderem wurden dieses Kamel und die Ziege von den Vertretern des Veterinäramtes mitgenommen. Foto: Nadine Eikermann

„Heute Nachmittag sollte ein Bauer kommen, der hätte unsere Lkw aus dem Schnee gezogen, dann wollten wir umziehen“, sagte er weiter. Und: „Wir haben den Leuten vom Veterinäramt gesagt, sie sollen jemanden nach Hellenthal schicken, die können ja da das Quartier begutachten, und dann bringen wir die Tiere da hin.“

Doch darauf ließen sich die Vertreter des Veterinäramtes nicht ein. Sie nahmen das Kamel, zwei Lamas, zwei Ziegen, drei Ponys, zwei Esel, zwei Laufenten und einen Hahn mit. „Denn man hatte mehrmals avisiert, dass ein Umzug stattfinden würde, aber das ist nicht passiert“, sagte Funken.

Die beschlagnahmten Tiere sollen nun von einem Tierarzt untersucht werden. Foto: Nadine Eikermann

Zu dem Zustand einzelner Tiere könne er noch nichts sagen, erst einmal werde sich jetzt ein Tierarzt alle genauer ansehen. Sie sollten auch ein bisschen zur Ruhe kommen. Man werde Kontakt zum Veterinäramt in Euskirchen aufnehmen und prüfen lassen, ob das Winterquartier adäquat sei, und wenn die Bedingungen dort stimmen und die Tierärzte ihr Okay geben, würden die Tiere im Anschluss wieder dem Zirkusbesitzer übergeben.

„Der Tierarzt arbeitet mit dem Veterinäramt zusammen, natürlich haben wir jetzt Angst, dass der Arzt einfach irgendetwas bemängelt, damit wir die Tiere nicht zurückbekommen“, sagt Lauenburger dazu.

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