Monschau: Vernissage: Die Tuche als Kunstobjekt

Monschau: Vernissage: Die Tuche als Kunstobjekt

Ein Jahr lang haben sich die Künstler des Kunstkreises Nordeifel auf unterschiedlichste Art mit dem Thema „Tuche“ auseinandergesetzt. Nach längerem Brainstorming stand das Thema fest, das Bezug zur Tuchmacher-stadt und der Region haben sollte.

Die Künstler haben sich jeder auf seine Weise mit dem Thema auseinandergesetzt. Zu bewundern gibt es bei der diesjährigen Ausstellung im Aukloster ab sofort Malereien, Metall- und Textilarbeiten, die sich mit den „Tuchen“ aus unterschiedlichsten Sichtweisen heraus auseinandersetzen.

Zur Vernissage begrüßte Hilmar Weber, Vorsitzender des Kunstkreises Nordeifel, zahlreiche Gäste, darunter Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, Ortsvorsteher Georg Kaulen, Helmut Mulorz, stellvertretender Bürgermeister aus Roetgen, sowie Helmut Lanio, Geschäftsführer des Monschau Festivals. Hilmar Weber bedankte sich bei den Gästen, den Künstlern und allen Helfern.

„Bei der Jahresausstellung zeigen die Künstler ihre Sichtweise zum Thema Tuche“, so Weber. Aussteller sind F. Joseph Ahmann, Birgit Bodden, Didier Gehlen, Klaus Gehlen, Margrett Gillessen, Otto Guba, Irene Johnen, Rosemarie Könen, Heinz Nellessen, Martin Otten, Gerd Pagnia, Anne Rader und Michael Rath sowie Anke Burchardt-Sanchez, Ute Schneider Thalheim, Wiltrud Skoda Strunk und Jutta Rebel-Freymark.

Zu Gast war auch Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers, der den Zuhörern eine kurze Zusammenfassung der Tuchmacher-Geschichte der Region erläuterte. „Die Tuchmacherei war besonders wichtig für den Aufschwung der Städte Aachen und Monschau“, so Gülpers. Erst nach der Industrialisierung habe die Tuchmacherei an Wichtigkeit verloren, erläuterte er.

Anschließend führte er die Besucher der Vernissage durch die Ausstellung und erläuterte einige Exponate. So zeigt ein Gemälde von Anne Rader eine Collage mit zwei Elementen: eine Frau, die rotes Tuch trägt und weitere Tuche in der Hand hält sowie Fachwerkhäuser in Monschau mit einer Mühle im Vordergrund.

Während bei diesem Gemälde der Bezug zur Region auf den ersten Blick ersichtlich ist, sieht man diese Vorgabe bei anderen Kunstwerken erst bei genauerem Hinsehen. So zeigt ein Gemälde von Michael Rath Tuchmacher vom Volk der Tuareg in Afrika. „Dies symbolisiert den Untergang der Tuchindustrie in Monschau“, erklärte Gülpers.

Eine Textilarbeit von Anke Burchardt-Sanchez zeigt die Fachwerkstrukturen, die typisch für die Region sind. Zudem benutzte sie unterschiedliche Stoffstücke aus der ganzen Welt. „Dies ist ein Symbol für die Exporte der Tuche aus Monschau“, so Gülpers.

Mit einer anderen Sichtweise näherte sich Hein Nellessen dem Thema. Er malt Naturansichten der Region, beispielsweise aus dem Hohen Venn und dem Nationalpark. Die Natur, die früher unter der Tuchmacherei litt, da die Farben in die Flüsse entsorgt wurden, konnte sich nach Ende der Tuchmacherei wieder erholen und sähe heute sicher anders aus, hätte es den Niedergang der Tuchindustrie nicht gegeben, ist sich Gülpers sicher. „Somit war dieser Niedergang von Vorteil für die Natur, die sich wieder erholen konnte.“

Besuchen kann man die Ausstellung bis einschließlich 27. August im Aukloster, jeweils von Dienstag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.