Eicherscheid: „Verfrühte Diskussion über den Standort Eicherscheid“

Eicherscheid: „Verfrühte Diskussion über den Standort Eicherscheid“

Keinen Anlass, zum jetzigen Zeitpunkt eine Debatte über den Förderschul-Standort Eicherscheid zu eröffnen, sieht der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz. Verärgert zeigte sich der Stolberger Abgeordnete über Äußerungen von Schulamtsdirektor Norbert Greuel , der in der zurückliegenden Sitzung des Simmerather Schulausschusses über mögliche Auswirkungen eines Gesetzentwurfes der Landesregierung berichtet hatte.

Dieser Entwurf sieht für Förderschulen eine Mindestgröße von 144 Schülern vor, eine Zahl, die in Eicherscheid noch nie erreicht wurde. Der Bestand der Schule konnte bislang aber durch eine Ausnahmeregelung gerechtfertigt werden. Damit soll nun Schluss sein. Da diese Ausnahmeregelung nun wegfalle, müsse die Schule wohl zum Schuljahr 2015/16 schließen, da zu erwarten sei, dass dann nicht mal mehr die Hälfte der Mindestschülerzahl erreicht werde, hatte Greuel erklärt.

Kooperationdmodelle entwickeln

Axel Wirtz hält dem Schulamtsdirektor „vorauseilenden Gehorsam“ vor. Der Gesetzesentwurf zur Inklusion müsse noch einmal geprüft werden. Wenn es einen Rechtsanspruch auf Inklusion geben solle, dann müsse es auch einen Rechtsanspruch auf den Erhalt einer Förderschule geben. Auch sei der Elternwille nicht zu vernachlässigen: Wenn diese den beschützenden Raumen einer Förderschule wünschten, dann müsse der Gesetzgeber das auch gewährleisten.

Nicht von der Hand zu weisen sei zwar, dass nicht alle Förderschulen in der Städteregion Aachen erhalten bleiben könnten, aber ohne gesetzliche Grundlage sei es „unangemessen“, zum jetzigen Zeitpunkt das Ende der Förderschule in Eicherscheid zu verkünden.

Grundsätzlich müsse ein Förderschul-Angebot bestehen bleiben. Wirtz: „Es geht darum, der Situation vor Ort gerecht zu werden. Dazu könnten beispielsweise Kooperationsmodelle entwickelt werden. Das ist wichtiger als staatliche Bevormundung.“

(P. St.)
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