1. Lokales
  2. Eifel

Konzen: Verfolgte finden bei Theo Call Sicherheit

Konzen : Verfolgte finden bei Theo Call Sicherheit

Für (umgerechnet) 1200 Euro wollte ein Mann in Tansania seine Albino-Frau in den Kongo verkaufen. Einem anderen Albino haben Unbekannte beide Hände abgeschlagen. Albinos sind Afrikaner, denen die schwarze Hautfarbe fehlt (eine Pigmentstörung). Und diese Menschen leben in großer Gefahr, weil sie gejagt und oftmals getötet werden.

Ihre Hände und Füße, ihre Haut und Haare sind gefragte Bestandteile von Zaubertränken, die reich machen sollen, als Zaubermittel sollen sie zu Bodenschätzen führen oder zu einem reichen Fischfang verhelfen.

Neue Schlafräume nötig

Viele Albinos suchen in Kabanga Zuflucht und Sicherheit bei Bruder Theo Call. „Die Behindertenschule ist nun überfüllt, es müssen neue Schlafräume eingerichtet werden”, berichtet der aus Konzen stammende Missionar der Weißen Väter. „Ich baue an dieser Schule zurzeit einen Wassertank, damit die Menschen sauberes Wasser haben, und Straßenlampen, damit die Polizei nachts besser sieht und die weißen Kinder nachts besser schützen kann, damit sie nicht gestohlen werden.”

Bei diesem Bau-Projekt auf der Missionsstation im tansanischen Kabanga bekommt Bruder Theo Call Hilfe: Der neue „Förderverein Bruder Theo Call” unterstützt das auf rund 10.000 Euro veranschlagte Projekt finanziell, wie die erste Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen hat.

Die 16 Gründungsmitglieder des Fördervereins waren nun zur Versammlung eingeladen, um wichtige Entscheidungen zu treffen. So wurde der Jahresbeitrag auf 12 Euro (ein Euro pro Monat) festgesetzt. Zudem wurden per Beschluss 28 weitere Bürger als Mitglied in den Förderverein aufgenommen. Die neuen Mitglieder werden in Kürze über die Aufnahme und über die Initiativen und Aktivitäten des Vereins persönlich informiert.

Eine weitere Entscheidung der Versammlung: Der derzeitige Vorstand wurde um weitere Ämter und Personen ergänzt, dem Vorstand gehören nun an: Martin Krings als 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender ist Michael Förster; 1. Kassenwart ist Ortsvorsteher Matthias Steffens, Bernd Mainz ist nun 2. Kassenwart; Raimund Palm ist Geschäftsführer, der von Dieter Johnen als 2. Geschäftsführer unterstützt wird. Als Beisitzer arbeiten Lothar Wergen und Regina Förster im Vorstand mit. Zu Rechnungsprüfern wählte die Versammlung Heinz Schreiber und Frank Aelmanns.

Der neue „Förderverein Bruder Theo Call, Weißer Vater der Afrika Missionare” ist inzwischen per Notar ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Monschau eingetragen worden, auch ist der Verein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.

Das Leben verändert

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bruder Theo Call in seiner Arbeit als Missionar zu unterstützen. Seit Anfang Dezember 1947, also seit nunmehr 42 Jahren, lebt und arbeitet Theo Call auf der Missionsstation Kabanga in Tansania, nahe an der Grenze zu Burundi.

Im Bereich der Missionsstation und der Diözese Kigoma hat er Kirchen, Schulen und Wohnheime gebaut, er hat einen Stausee angelegt, eine Turbine installiert und damit für Strom in Kabanga (Schule, Krankenhaus, Missionsstation) gesorgt, er baut mit seinem Arbeitern in den verschiedenen Werkstätten Einrichtungen und Mobiliar für die Schulen und für das Krankenhaus. Bruder Theo Call, 1938 in Konzen geboren hat das Leben der Menschen rund um Kabanga verändert und würdiger gemacht.

Gemeinsam mit seiner Frau Elke hat Schmiedemeister Martin Krings im vergangenen Herbst Bruder Theo Call in Kabanga besucht und dort gut 14 Tage lang mit ihm zusammen gelebt und gearbeitet. In ihrem (als Buch veröffentlichten) Tagebuch haben die Eheleute erzählt, was sie gesehen und erlebt haben, das Tagebuch gibt auch einen kleinen Einblick in das Innenleben einer Missionsstation und in das Seelenleben des Missionars aus Konzen.

Über ihre Reise und ihre Begegnungen haben Elke und Martin Krings in Wort und Bild berichtet. Die Info-Abende dazu waren gut besucht: in Konzen waren es rund 240 Leute, in Kalterherberg fast 100. Aus der Begeisterung von Martin und Elke Krings über ihre intensive Begegnung mit Bruder Theo Call und seiner Missionsarbeit hat sich dann der „Förderverein Bruder Theo Call” entwickelt. Seine Aufgabe: Bruder Theo Call in seiner vielseitigen Missionsarbeit (Missionar mit den Händen) ideell und vor allem auch finanziell zu unterstützen - durch die Beiträge der Mitglieder und durch Spenden, um die der Verein sich bemühen wird.

Der Verein will über die Arbeit von Bruder Theo, über Projekte und Initiativen informieren und auch durch Aktionen und Aktivitäten dafür sorgen, dass Theo Call aus Konzen seinen festen Platz im Bewusstsein der Dorfgemeinschaft hat und behält.