Roetgen: Urnenbestattung rund um einen Baum: Grüne regen neue Bestattungsform an

Roetgen: Urnenbestattung rund um einen Baum: Grüne regen neue Bestattungsform an

Landauf, landab ändert sich in den Dörfern die Bestattungskultur. Das ist auch in der Gemeinde Roetgen nicht anders. Die aktuelle Entwicklung hat die Fraktion der Grünen veranlasst, eine Änderung der Friedhofssatzung zu beantragen, damit auf dem Waldfriedhof in Rott künftig auch Baumbestattungen möglich sind.

Die zusätzliche Bestattungsform Urnenhain-Baumbestattung soll ab 2019 auf dem Rotter Waldfriedhof angeboten werden. Der Antrag soll in der nächsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses, die am 23. Januar 2018 stattfindet, beraten werden.

„In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass in der Bestattungskultur ein Wandel von der Sargbestattung zur Urnenbestattung vollzogen wurde. Mittlerweile liegt der Anteil an Urnenbestattungen je nach Gemeinde bei bis zu 90 Prozent“, begründet Fraktionsvorsitzender Gerd Pagnia den Antrag. Diese Veränderung lasse sich insbesondere darauf zurückführen, dass die Menschen ihren Nachkommen hohen Pflegeaufwand und Kosten ersparen möchten. Weil auch bei einer Urnenbestattung noch Pflegeaufwand anfalle, habe sich immer mehr die Beisetzung der Urne in einem Urnenschrank durchgesetzt, was aber „eine teure und sehr nüchterne Variante“ sei.

Da immer mehr Menschen eine naturnahe Bestattung wünschten und ein Friedwald nicht überall zur Verfügung stehe, sei die Baumbestattung eingeführt worden. Hierbei werde, im Gegensatz zum Aschestreufeld, die Asche des Verstorbenen in einer ökologisch unbedenklichen Urne im Wurzelbereich eines Baumes bestattet. So könnten sechs bis acht Urnen im Kreis um einen Baum angeordnet werden. Wie auch bei den Grabstätten auf Rasenflächen könne eine Gedenkplatte bodengleich über der Urne angelegt werden. Außerdem könne ein Bereich vorgesehen werden, auf dem Blumen und Ähnliches abgelegt werden könnten.

Lösung für ungenutzte Fläche

Die Gemeinde Roetgen stehe vor dem Problem, auf dem Waldfriedhof in Rott über eine große ungenutzte Fläche zu verfügen, die erhebliche Pflegekosten verursacht, ergänzt Pagnia. „Wir sind der Meinung, dass wir beide Aspekte dahingehend zusammenführen sollten, dass wir uns diesem neuen Nachfrageverhalten öffnen und einen Teil der Fläche einer neuen sinnvollen Nutzung zuführen. Durch seine Lage und Großzügigkeit strahle der Waldfriedhof Rott einen ganz besonderen Charme aus. Es wäre möglich, einige weitere Bäume zu pflanzen, doch auch einer sofortigen Nutzung als Urnenhain ohne weitere Kosten für die Gemeinde stehe nichts im Wege, hofft Pagnia auf die Unterstützung der anderen Fraktionen.

In der zurückliegenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden die kommunalen Gebühren für 2018 festgelegt, die der Rat in seiner Sitzung am 19. Dezember verabschieden wird. Die Friedhofsgebühren konnten durch kostenreduzierende Maßnahme einigermaßen stabilisiert werden. Bei den Abfallbeseitigungsgebühren dürfen sich die Bürger durchweg über Reduzierungen freuen. Auch bei den Straßenreinigungsgebühren für 2018 kommt es unter dem Strich zu einer Reduzierung.