Nordeifel: Unwetter: Die Nordeifel kommt glimpflich davon

Nordeifel : Unwetter: Die Nordeifel kommt glimpflich davon

Während das heftige Gewitter und Starkregen in der Nacht von Sonntag auf Montag in der gesamten Region schwere Schäden hinterlassen haben, ist die Nordeifel glimpflich davon gekommen. Bei der Einsatzleitstelle der Polizei in Aachen gingen in nur 70 Minuten 320 Notrufe ein.

Zahlreiche Straßen wurden überschwemmt und mussten gesperrt werden. In der Nordeifel wurde die Feuerwehr aber nur zu einem Einsatz gerufen. In Roetgen rückte die Feuerwehr mit zwei Fahrzeugen und 13 Einsatzkräften zur Neustraße aus, wo eine Doppelgarage circa 15 Zentimeter unter Wasser stand. Nach Angaben der Feuerwehr war das Wasser aus einem verstopften Seitengraben in die Garage gelaufen. Die Feuerwehren der Gemeinde Simmerath und der Stadt Monschau verzeichneten keine Einsätze.

Allerdings waren zwölf Einsatzkräfte der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des Ortsverbandes Simmerath des Technischen Hilfswerks von 6.30 Uhr bis 12.30 Uhr in Herzogenrath im Einsatz, um beim Auspumpen von Kellern zu helfen. Während des Gewitters sei in Aachen ein Niederschlag von 63 Litern pro Quadratmeter gemessen worden, in Mützenich 47 und in Vossenack 26, sagt unser Wetterexperte Andi Holz von www.huertgenwaldwetter.de.

„Seit 40, 50 Jahren kein so heftiges Gewitter mehr“ in der Region

Bodo Friedrich von eifelwetter.de berichtete von dem Unwetter in der Region: „Ich habe selten so ein heftiges Gewitter im April gesehen“, sagte Friedrich am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das war ein ganz außergewöhnliches Ereignis“. Eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes schätzte das Unwetter wie ein Sommergewitter aus Südfrankreich, Luxemburg und Belgien ein. Hagel und Starkregen seien auch das, „was im Sommer typischerweise die Gewitter ausmacht”, so die Expertin.

Das konnte auch Friedrich bestätigen: „Seit 40, 50 Jahren hat es so früh kein so heftiges Gewitter mehr gegeben“. Es sei eine „relativ einmalige Geschichte“ gewesen, selten habe er so schnelle Blitzfolgen, eine solche Unwetterentladung mit Hagelkörnern und so viel Wasser gesehen. In kürzester Zeit seien zwischen 60 und 80 Liter/qm Regen gefallen. Zustande gekommen sei dieses ungewöhnliche Wetterereignis durch Tief Quitta. In einer Tiefdruckrinne war ungewöhnlich warme Luft von Süden her gekommen, die dann aufstieg und sich so heftig entladen hatte.

Für die nächsten Tage sieht Friedrich aber eine deutliche Entspannung vorher: „Im Fokus steht am Montag der ruppige Wind.“ Wieder trifft es dabei vor allem den Aachener Raum und die Eifel: Dort könnten Sturmböen Geschwindigkeiten von bis zum 100 Stundenkilometern erreichen, so die Warnung. Auch die Temperaturen seien im Sinkflug, weshalb er für das Hohe Venn sogar mit ein wenig Schneefall rechnen würde. „Es geht zunächst kühl weiter, aber nicht unfreundlich“, so Friedrich. Gegen Ende der Woche könne es wieder recht angenehm werden mit Temperaturen von 17 bis 23 Grad.

Auch Andi Holz berichtet von anfangs noch dichten Wolken am Dienstag, aus denen es etwas nieseln oder regnen kann, im Hohen Venn gar am frühen Morgen mit Schnee. Tagsüber soll es auflockern und nachmittags teils freundlich werden, sogar mit sonnigen Momenten. Bei frischem, teils böigem Südwestwind sind es im Hohen Venn dann um 9 Grad. Bis zu 10 Grad werden in Kalterherberg und Kesternich erreicht. Maximal 13 Grad stehen in Heimbach und Einruhr an. Am Mittwoch gibt es nach einer frischen Nacht viel Sonne bei wärmeren 15 bis 20 Grad.

(ag/can)
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