Monschau: Unverstellter Blick auf Haiti

Monschau: Unverstellter Blick auf Haiti

Die Szene wirkt geradezu irreal, besitzt aber auch eine Spur von Anmut: Ein kleines Mädchen im weißen Kleid watet durch eine Pfütze, im Hintergrund türmen sich Müll und Abwasser, mittendrin ein paar Schweine, der Horizont wird begrenzt durch eine Reihe Slumbauten.

Mit diesem Foto aus einem Elendsviertel in Haiti hat die aus dem ostbelgischen Eupen stammende Fotografin Alice Smeets (23) im Jahr 2008 den vom Weltkinderhilfswerk Unicef ausgeschriebenen Fotowettbewerb gewonnen. Mit 21 Jahren war Alice Smeets damals die jüngste Gewinnerin des Wettbewerbs, der seit 2000 weltweit ausgeschrieben wird. Insgesamt wurden 1450 Bilder von 128 Fotografen aus 31 Ländern eingereicht.

„Das Bild führt uns den Lebensmut und die Energie eines Mädchens vor Augen, das mitten im Elend aufwächst”, hatte die Unicef-Schirmherrin Eva Luise Köhler bei der Preisverleihung in Berlin das Motiv beschrieben.

Die schon in jungen Jahren herausragende fotodokumentarische Qualität von Alice Smeets wird auch an der Tatsache deutlich, dass sie eine Assistenz bei dem bekannten englischen Fotografen Philip John Griffiths erhielt, dem ehemaligen Präsidenten der Fotoagentur Magnum und legendären Reportage-Fotografen des Vietnamkrieges.

Auch viele der 180 Schüler der Hauptschule Monschau hielten am Freitag den Atem an, als Alice Smeets in der Aula der Hauptschule eine Auswahl ihrer Aufnahmen von bisher insgesamt acht Aufenthalten auf der Karibikinsel zeigte, die aber weit ist vom Klischee der unbeschwerten Trauminsel.

Dass die in Eupen aufgewachsene und schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Fotografin ausgerechnet bei der Hauptschule Monschau Station machte, hatte seinen Grund: Die Schule, die den Erlös ihrer alljährlichen Weihnachtsaktion jeweils einem guten Zweck zukommen lässt, hatte sich diesmal entschieden, den Erlös von exakt 567,58 Euro dem Haiti-Hilfsprojekt von Alice Smeets zukommen zu lassen.

Vom 6. bis 17. Dezember hatten die Schüler jeweils klassenweise ein in Eigenregie zusammengestelltes Frühstück zu fairen Preisen für ihre Mitschüler angeboten. Auch die Mütter des „Gesunden Frühstücks” engagierten sich, wie auch viele Eltern. So füllte sich Tag für die Tag die Kasse für den Zweck.

„Ich denke, mit der Unterstützung des Haiti-Projektes haben wir eine gute Wahl getroffen”, zeigte sich der kommissarische Schulleiter Franz-Josef Prümmer überzeugte. Gemeinsam mit Schülersprecher Tobias Zabel überreichte er den Scheck, ehe Alice Smeets, begleitet von Bildern aus Haiti, ihr Projekt erläuterte.