Unfall am Kreisverkehr in Simmerath: Sechs Verletzte in Mainacht

Simmerath : Traktoranhänger umgestürzt: Die Mainacht endet mit sechs Verletzten

Für die „Sektion Nordeifel“ nahm die Mainacht ein tragisches Ende: Beim Umsturz des Traktorhängers der Gruppe im Kreisverkehr am Bushof in Simmerath wurden am Morgen des Maifeiertages sechs junge Männer im Alter zwischen 18 und 23 verletzt, einer davon schwer.

Der folgenschwere Unfall am Morgen nach einer stürmisch-kalten Mainacht ereignete sich nach Polizeiangaben kurz vor 8 Uhr am Dienstagmorgen. Auf der letzten Fahrt verlor der 19-jährige Fahrer im Kreisverkehr am Bushof zwischen den Ausfahrten Tankstelle und Polizei plötzlich die Kontrolle über sein Gespann. Der Anhänger mit rund einem Dutzend junger Männer aus der Gemeinde Simmerath und aus Roetgen stürzte auf die Seite. Das Zugfahrzeug blieb hingegen auf den Rädern stehen, die Anhängevorrichtung löste sich nicht.

„Auf dem Anhänger befanden sich zum Unfallzeitpunkt nach unseren Feststellungen etwa zehn bis 14 Personen. Davon wurden vier Personen leicht, eine Person mittelschwer und eine Person schwer verletzt“, berichtete Christian Förster, Gemeindewehrführer und Einsatzleiter der Feuerwehr. Die weiteren jungen Männer auf dem Anhänger kamen mit einem gehörigen Schrecken davon.

Keine eingeklemmte Person

Die Leitstelle hatte zunächst die Löschgruppen Simmerath, Kesternich und Eicherscheid sowie das Technische Hilfswerk alarmiert, weil beim Notruf von „möglicherweise eingeklemmten Personen unter dem Anhänger“ die Rede war. „Da dies Gott sei Dank nicht der Fall war, konnte die Hälfte der Einsatzkräfte wieder abrücken und verblieben lediglich die Kräfte aus Kesternich und Simmerath sowie die Führungsgruppe im Einsatz. Außerdem waren drei Rettungswagen sowie die Polizei vor Ort“, berichtete Förster.

Der Schwerverletzte wurde mit einem Hubschrauber ins Aachener Klinikum geflogen, die Leitstelle Aachen sprach von „schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen“. Eine weitere Person wurde mit dem RTW ins Krankenhaus gebracht, vier weitere junge Männer erlitten Prellungen und Schnittwunden und wurden mit dem Mannschaftswagen der Feuerwehr zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gefahren.

Das Gros der Verletzungen entstand vermutlich durch umherfliegende Gegenstände auf dem Anhänger, also Mobiliar, Getränkekisten und Lautsprecherboxen, so die Einschätzung des Einsatzleiters. Nach Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr ist der Fahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, war nicht alkoholisiert und musste nach dem Unfall mit Schocksymptomen betreut werden, ebenso wie weitere Beteiligte und hinzugeeilte Angehörige.

Auch zwei Notfallseelsorger waren im Einsatz. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Betroffenen, streute ausgelaufene Betriebsstoffe ab und sicherte die Unfallstelle. Zum entstandenen Sachschaden konnte die Polizei am Mittwoch noch keine Angaben machen. Während der Unfallaufnahme war der Kreisverkehr mit seinen Zufahrten für den Verkehr weiträumig gesperrt.

Personentransport und Ladung

Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an, „möglicherweise fuhr der Fahrer mit nicht angepasster Geschwindigkeit in den Kreisverkehr ein“, hieß es im Polizeibericht. Alkoholeinfluss konnte nach Polizeiangaben nicht festgestellt werden. Für den Umbau des Anhängers zeigte der Gespannfahrer eine Genehmigung vor.

„Alles Weitere müssen jetzt die Ermittlungen zeigen“, sagte Polizeisprecherin Petra Wienen unserer Zeitung. Zu diesem Zweck wurden auch das komplette Gespann und die Genehmigung durch die Polizei sichergestellt. Die Untersuchung müsse zeigen, ob durch die Genehmigung beispielsweise ein Transport von Personen in bestimmter Anzahl erlaubt war, so die Polizeisprecherin.

In jedem Fall schreibe die Straßenverkehrsordnung aber auch eine ausreichende Sicherung der Ladung vor, also im konkreten Fall der massiven Lautsprecherboxen und des Mobiliars, die möglicherweise das Umstürzen des Anhängers begünstigt haben könnten.

(hes)