Simmerath/Lammersdorf: Umzug von SPD-Ratsherr Vormstein sorgt für Irritation

Simmerath/Lammersdorf: Umzug von SPD-Ratsherr Vormstein sorgt für Irritation

Neu-Ratsmitglied Christoph Vormstein (24), der bei der Kommunalwahl im Lammersdorfer Wahlbezirk 2 (nördlicher Teil) für die SPD antrat und über die Reserveliste in den Rat einzog, kann als einziger Simmerather Genosse das Alleinstellungsmerkmal vorweisen, dass er ein Parteibuch mit persönlicher Widmung von SPD-Urgestein Franz Müntefering besitzt.

Das war ihm anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Lammesdorfer SPD im Juni 2012 vom ehemaligen Bundesvorsitzenden unter großer Freude persönlich überreicht worden. Dass Ratsherr Vormstein kurz nach der Wahl seinen Umzug von Lammersdorf in den Zentralort Simmerath bekanntgab, sorgt allerdings für weniger Begeisterung bei einigen Wählern und auch einigen Genossen. Schon am Wahlabend waren die Umzugspläne bekannt geworden.

Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Simmerather Gemeinderates am 24. Juni machte Christoph Vormstein aus dem Ortswechsel kein Geheimnis mehr und Franz-Josef Hammelstein, der neu gewählte Ortsvorsteher von Lammerdorf, kündigte an, dass man zur Sache Stellung nehmen würde.

„Zum Wohle der Gemeinde“

Einen Monat später informierte die SPD auf ihrer Internetseite zunächst einmal die eigenen Mitglieder darüber, dass ihr „Ratsmitglied Christoph Vormstein zum 1. Juli von Lammersdorf nach Simmerath gezogen ist“. Vormstein setzte seine Parteifreunde in einer persönlichen Erklärung darüber in Kenntnis, dass er nach zweijähriger Fernbeziehung mit seiner Freundin zusammengezogen sei, doch man leider in Lammersdorf kein geeignetes Wohnobjekt gefunden habe. Weiter erklärte er: „Nun werdet ihr sicher Verständnis haben, dass ich nicht darauf bestehen konnte, in meinem Dorf wohnen bleiben zu wollen, während meine Freundin sich bereiterklärte, 250 Kilometer weg von Zuhause mit mir ein neues Leben anzufangen.“

Persönliche Erklärung

Christoph Vormstein hat unterdessen in einer persönlichenErklärung die Lammersdorfer Bürger um Verständnis gebeten und versichert, auch von Simmerather aus die Interessen von Lammersdorf weiter im Blick zu haben.

In dieser Erklärung heißt es unter anderem: „Als Ratsmitglied bin ich vereidigt und damit verpflichtet worden, mich stets zum Wohle der Gemeinde Simmerath einzusetzen. Diese Pflicht werde ich selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen.“

Laut Kommunalwahlgesetz spricht nichts gegen den Ortswechsel, zumal Vormstein weiter im Gemeindegebiet Simmerath wohnt. Dass insbesondere kleinere Parteien mangels Masse die Wahlkreise mit Kandidaten aus anderen Orten besetzen, entspricht bei Wahlen gängiger Praxis. Allein die Ortsvorsteher sind verpflichtet, unmittelbar in ihrem Zuständigkeitsbereich zu wohnen.

(ho)
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