Lammersdorf: Überschwemmung: Stehen Biber unschuldig unter Verdacht?

Lammersdorf: Überschwemmung: Stehen Biber unschuldig unter Verdacht?

Ein Großeinsatz des Landesbetriebes Straßen NRW und des Bauhofs der Gemeinde Simmerath war jetzt an der Vennbahn in Lammersdorf nötig. Mit schwerem Gerät und insgesamt fünf Fahrzeugen war man dort am Donnerstag im Rahmen einer Maßnahme des Umweltamtes der Städteregion Aachen angerückt.

Vom neben dem Premium-Radweg verlaufenden Wassergraben, in dem sich seit Ende 2014 eine Biberpopulation angesiedelt hat, strömte Wasser in verstärktem Maße über die Bundesstraße 399.

Schon in der Vergangenheit hatte es an dieser Stelle ähnliche Probleme gegeben, die jedoch nicht das jetzige Ausmaß erreichten. Lammersdorfs Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein brachte die Problematik mit zwei Worten auf den Punkt: „Der Biber“. Der hatte allerdings — nach allgemeiner anfänglicher Begeisterung über seine Ansiedlung in Höhe des Lammersdorfer Bahnhofs an der Vennbahn — sein Ansiedlungsgebiet immer weiter ausgedehnt und in dem Wassergraben neben der Vennbahn fleißig weitere Dämme errichtet.

Nachdem der unter Naturschutz stehende Nager zunächst an einem Erdwall alles an Gehölz fällte, was ihm vor die kräftigen Zähne kam, hatte er sich im vorigen Jahr bereits in Richtung der Bäume am Spielplatz im Mittelvenn vorgearbeitet.

Unter Einbindung von Udo Thorwesten von der Unteren Naturschutzbehörde des Umweltamtes der Städteregion wurden an diesen Bäumen dann sogenannte Verbissschutzmittel angebracht, so dass der Baumbestand auf dem Spielplatz durch die Nager nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dem Biber gefiel es in Lammersdorf aber offensichtlich so gut, dass er sich entlang des Wassergrabens an der Vennbahn immer weiter in Richtung Kämpchen vorarbeitete, neue Dämme errichtete und natürlich auch weitere Bäume fällte. Zuletzt lag ein mächtiger Stamm quer über dem Vennbahnradweg.

Das war allerdings geringfügig im Vergleich zum jetzigen Überschwemmungsproblem, das nach den starken Regenfällen der letzten Tage auftrat und letztlich auch ein Problem für die Verkehrssicherheit auf der B 399 darstellte. Bei einsetzendem Frost hätte sich hier eine große spiegelglatte Fläche gebildet.

Die Städteregion teilte auf Nachfrage mit, dass der geschilderte Einsatz nötig wurde, weil zwei Durchflüsse mit Geröll und Ästen verstopft waren, wodurch sich die Überflutung der B 399 ergeben habe. Allerdings gehe man derzeit nicht davon aus, dass dies im Zusammenhang mit der Biberpopulation stehe. In der nächsten Woche wolle man jedoch die Lokalität nochmals in Augenschein nehmen, um der Ursache auf den Grund zu kommen

(ho)