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Roetgen/Düren/Aachen: Überfall und Körperverletzung: Mutmaßlicher Räuber vor Gericht

Roetgen/Düren/Aachen : Überfall und Körperverletzung: Mutmaßlicher Räuber vor Gericht

Einer der mutmaßlichen Täter, die im Januar 2013 zwei Senioren in ihrem Wohnhaus in Roetgen überfallen haben, muss sich nun vor dem Aachener Landgericht verantworten. Dem 44-Jährigen, der seit November in Haft ist, werden zwei Taten vorgeworfen - einer in Roetgen und einer in Düren.

In dem Roetgener Fall geht es um besonders schweren Raub in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung, in einem anderen Fall, der sich in Düren ereignete, geht es um versuchte räuberische Erpressung und vorsätzliche Körperverletzung.

Laut Anklage soll der Beschuldigte im Jahr 2012 an Heiligabend in Düren in ein Einfamilienhaus eingedrungen sein, wo die Bewohnerin des Hauses und ihre Enkelin ihn überraschten. Die Enkelin habe daraufhin zu einem Messer gegriffen. Es habe sich ein Gerangel entwickelt, wobei der mutmaßliche Täter die Enkelin zu Boden geworfen habe und nach Geld verlangt habe. Dabei habe die Enkelin ihn mit dem Messer verletzt, worauf hin der Täter die Flucht ergriffen habe.

Am 24. Januar 2013 soll der Angeklagte gemeinsam mit zwei weiteren Tätern in Roetgen in den Keller eines Einfamilienhauses eingedrungen sein. Nachdem sie dort einen Tresor entdeckt hatten, hätten sie das in dem Haus lebende Paar hinterrücks auf der Couch überrascht, heißt es in der Anklageschrift. Die damals 73-Jährige Frau sei geschlagen worden. Außerdem habe man ihr eine Schusswaffe an den Kopf und ein Messer an den Hals gehalten, um so den Code für den Tresor zu erfahren.

Dieser sei leer und werde nicht mehr benutzt, habe die Frau geantwortet. Daraufhin hätten die Täter weitere Drohungen ausgesprochen und die Frau und den damals 74-jährigen Mann im Keller des Hauses gefesselt und geknebelt. Die Täter hatten Schmuck im Wert von knapp 20.000 Euro und mehrere EC-Karten erbeutet. Mit den Karten wurde später an einem Geldautomaten in Aachen-Brand an der Trierer Straße Geld abgehoben.

Erst als die Räuber das Haus verlassen hatten, gelang es dem Mann, die Polizei zu alarmieren. Trotz einer sofort eingeleiteten, grenzüberschreitenden Großfahndung entkamen die Täter. Eine Woche später fahndete die Polizei noch im Rahmen einer groß angelegten Aktion nach ihnen.

Exakt zur Tatzeit der Vorwoche verteilten Beamte der Einsatzhundertschaft und der Kriminalpolizei in dem betroffenen Wohngebiet circa 600 Flugblätter, um mögliche Zeugen oder Hinweisgeber zu ermitteln. Autofahrer, Fußgänger und Anwohner wurden offensiv angesprochen und befragt, ob sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben. So gelangten die Ermittler an 30 neue Hinweise.

Zwei Verhandlungstage hat es bereits gegeben. Weitere stehen am Montag, 28. Mai, und am Donnerstag, 7. Juni, an.

(ag)