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Turn-Oberliga: TV Mützenich siegt gegen Hoengen/Verlautenheide

Mützenich : TV Mützenich entscheidet Krimi mit starker Teamleistung für sich

Um am Wochenende einen Krimi zu erleben, schalten die meisten sonntagsabends den Tatort ein — an diesem Wochenende hat jedoch ein Besuch am Samstagnachmittag in der Sporthalle Monschau auf der Haag für mindestens ebenso viel Spannung gesorgt.

Dort startete nämlich der TV Eintracht Mützenich in die diesjährige Oberligasaison des Rheinischen Turnerbunds. Während sich die zweite Mannschaft in der Landesliga am vergangenen Wochenende noch knapp geschlagen geben musste, setzte die erste Garde zum Ligaauftakt gegen die Wettkampfgemeinschaft Hoengen/Verlautenheide ein Ausrufezeichen. Das letztlich recht deutliche Ergebnis von 210,05 zu 205,55 Punkten und zehn zu zwei Gerätepunkten spiegelt dabei den Wettkampfverlauf nicht ganz wider.

„Hier ist heute alles drin“, fasste Dirk Jollet die Situation vor Wettkampfbeginn zusammen. „Den ersten Wettkampf der Saison gewinnst du nicht nur am Gerät, da musst du mental fit sein und volle Konzentration bringen.“ Das traf in besonderem Maße zu, lief man doch erstmals in komplett umgestellter Besetzung auf. Statt wie zuletzt mit 15 Mann versammelten sich in diesem Jahr nur sieben Turner in Rot-Weiß auf der Bodenfläche. Die Aufteilung in zwei Mannschaften, berufliche Verpflichtungen für Routinier Roman von Gehlen und das Karriereende als aktiver Turner von Andreas Kollig galt es, zu kompensieren.

Ungewöhnliche Taktik

Am Boden präsentierten sich die Gäste mit einer ungewöhnlichen Taktik: Gleich als erster Turner kam Miguel Steinig, ehemaliger Bundesligaturner und erfahrungsgemäß einer der stärksten Hoengener Athleten, zum Einsatz. Ob sich die Lokalmatadore von dessen sich als Höchstwertung am Boden herausstellenden 12,45 Punkten einschüchtern ließen oder man sich noch nicht auf den Wettkampf eingestellt hatte, ist Spekulation. Fakt ist, dass man mit vielen Unsicherheiten und einem Sturz startete und auch Florian Müllers starke 12,20 Punkte das Ruder nicht herumreißen konnten.

Dies ließen die Mützenicher jedoch nicht auf sich sitzen. Wieder einmal machten die „Pommelhorser“ ihrem Namen alle Ehre und übernahmen am Pferd die Führung — nicht ohne sich mit 13,50 Punkten die geräteübergreifende Tageshöchstwertung zu sichern. An den Ringen zeigte sich die breite Qualität des Heimteams: Drei hohe Elfer-Wertungen, komplettiert durch eine 12,65 reichten, um auch das dritte Gerät für sich zu entscheiden und den hauchdünnen Vorsprung auf 0,75 Punkte leicht auszubauen.

Unsicherheiten der Gäste

Am Sprungtisch profitierten die Mützenicher von einigen Unsicherheiten bei den Gästen und einer schön in den Stand geturnten Überschlag-Schraube von David Wergen. Den Abstand auf Hoengen/Verlautenheide um einen weiteren Punkt vergrößert, schien der Druck nun langsam etwas vom von Roland Claßen und Manfred Abel betreuten Team abzufallen. Gleich zwei Stürze sowie ein Spaziergang im Handstand über den Barren verhagelten jedoch die Wertungen für Birk Büschen und Yan Feldmann.

Da zugleich die gegnerische Mannschaft mit 35,05 Punkten stark vorlegte, musste erneut Familie Müller ihr Können unter Beweis stellen. Felix legte 10,95 Punkte vor und schuf die Basis für seinen Bruder Florian, das Gerät doch noch nach Hause zu holen. Dafür waren weitere 12,70 Zähler nötig. Das „gute Pferd“ tat seinen Dienst, und Florian erturnte 12,75 Punkte — damit gingen mit einem Zehntel Vorsprung weitere zwei Gerätepunkte nach Mützenich. Insgesamt bedeutete dies aber weiterhin nur 1,8 Zähler Differenz zu den Verfolgern, so dass man am Reck zu Recht vom erwähnten Krimi sprechen konnte.

Eine starke Teamleistung, gekrönt von Yan Feldmanns Spitzenkür, ließ die Eifeler Jungs am Ende als Sieger hervorgehen. Der TV Mützenich freut sich nun auf die nächste Oberliga-Begegnung am 17. März in Bonn.