Monschau: Trockenmauern der Monschauer Altstadt: Verfall immer stärker

Monschau: Trockenmauern der Monschauer Altstadt: Verfall immer stärker

Die Monschauer Altstadt ist ein echter Touristenmagnet, nicht nur beim Weihnachtsmarkt. Enge Straßen, wenig Parkplätze und eine rückläufige Infrastruktur machen das Leben in historischer Umgebung aber nicht unbedingt attraktiver. Die Bemühungen, Monschau auch als Wohnort attraktiver zu machen, erfordern viel Geduld.

Dabei gilt es, die Bedürfnisse der Bürger und die Ansprüche der Touristen, ohne die die Stadt nicht lebensfähig wäre, unter einen Hut zu bringen. Eines der größten Probleme dürfte der ständige Sanierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten sein. Ein Beispiel dafür sind die historischen Trockenmauern aus Bruchstein - sie sind ein wahres Schmuckstück und zugleich ein Riesenproblem. „Die Mauern sind ein bedeutsames historisches Erbe Monschaus, welches den Charakter und die Bedeutung der Altstadt unterstreicht”, sagt Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter.

Folgt man dem „Liechepädche” hoch zum Rahmenberg, ist deutlich zu sehen, wie die Bäume mit ihren Wurzeln die Mauern auseinander drücken. Teilweise sind die Mauern bereits eingestürzt. Die Wege über den Rahmenberg sind an vielen Stellen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. „Wenn es einmal angefangen hat zu bröckeln, spült es der Regen immer weiter weg”, sagt Monschaus Ortsvorsteher Georg Kaulen. Auch auf dem Weg hinter dem Amtsgericht bröckeln die Mauern.

Weiter oberhalb sieht es aus, als habe dort ein Sturm gewütet. Dort wurde der Hang entfichtet. „Schön wäre es, jetzt auch die Fichten im unteren Bereich zu entfernen”, sagt Kaulen. „Dann würden auch die Mauern von der Altstadt aus wieder zu sehen sein, und es würde klarer, woher der Rahmenberg seinen Namen hat.” Das Problem ist, dieser Bereich ist nur zu Fuß zu erreichen, der Einsatz von schwerem Gerät ist hier nicht möglich und auch von dem Einsatz von Pferden wird abgeraten, dafür ist das Gelände zu steil. Vor drei Jahren war dort eine Fichte umgekippt und drohte, den Hang hinunter zu stürzen. „Damals wurde überlegt, einen Hubschrauber einzusetzen. Für den Transport des Baumes durch die Luft hätte aber die Altstadt evakuiert werden müssen”, sagt Kaulen. Also wurde der Baum in Kleinstarbeit zerlegt. Die Verwaltung prüfe derzeit die Möglichkeiten, wie eine Entfichtung ablaufen könnte, so Kaulen.

An anderen Stellen sind es ebenfalls die Bäume, die Probleme bereiten. Erst im vergangenen Jahr hatte Kaulen in der Zeitung zu einer Aktion aufgerufen, um die Bäume entlang der Rur-Begrenzungsmauern zu entfernen. Auch hier sprengen sie mit ihren Wurzeln das Mauerwerk. Äste, die bei Hochwasser angeschwemmt werden, reißen zusätzliche Löcher.

Zurzeit läuft eine größere Maßnahme. Die Mauer auf dem Weg hoch zur Mädchenrealschule wird teilweise abgerissen und durch ein Geländer ersetzt. Die Mauer hatte nicht die entsprechende Brüstungshöhe und wurde als Gefahr gesehen. Die rund 70 Meter lange Mauer wird nun in Handarbeit abgetragen und die Steine in Imgenbroich gelagert, um sie später an anderen Stellen verwenden zu können.

Am Burgau-Parkplatz wurde eine Mauer bereits mit einer Betondecke gesichert. Am Rurlauf am Burgau ist die Verfugung ausgewaschen.

Auch an der Laufenbachstraße sind Abstützungen der Mauern nötig. Es gibt Überlegungen ein Planungsbüro zu beauftragen und andere Möglichkeiten aufzuzeigen, die dem Ortsstatut gerecht werden. Es sei auch schon überlegt worden, den Bach an einigen Stellen zu verrohren, dies sei aber am Widerstand der Unteren Wasserschutzbehörde gescheitert, erklärt Kaulen.

Der Sanierungsbedarf ist groß, es fehlt an fachkundigen Personal und die Kassen der Stadt Monschau sind leer. Der Bauhof der Stadt Monschau könne diese Aufgabe nicht stemmen, sagt Kaulen. „Dann wären die Mitarbeiter des Bauhofs rund um die Uhr mit nichts anderem mehr beschäftigt.”

Vielleicht müsse auch das Ortsstatut geändert werden, sagt Kaulen. „Das ist nicht mehr bezahlbar, nicht nur für die Stadt, auch für die Bürger.” Außerdem würden auch potenzielle Käufer von den zu erwartenden hohen Kosten abgeschreckt.

„Wir appellieren an die Landesregierung, die besonderen Herausforderungen der Stadt Monschau mit ihrem historischen Erbe im Blick zu behalten”, so Bürgermeisterin Ritter.