Widdau: Trockenmauer in Widdau eine Gefahr für den Verkehr?

Widdau: Trockenmauer in Widdau eine Gefahr für den Verkehr?

Sie ist ein wenig außer Form geraten, weit weg vom rechten Winkel und buckelt sich in Richtung Fahrbahn. Sie ist reich an Moos und Steingewächsen, alt und grau und macht vom optischen Erscheinungsbild her nicht unbedingt den stabilsten Eindruck. Die Rede ist von einer rund 20 Meter langen Trockenmauer aus Bruchsteinen an der Dorfstraße in Widdau, unterhalb der Einmündung Veilchenstraße.

Ein paar Steine sind in den zurückliegenden Jahren bereits herausgebrochen und liegen am Straßenrand. Davor steht eine rot-weiß gestreifte Warnbake, die die Verkehrsteilnehmer auf die kleine Gefahrenstelle aufmerksam macht, denn die Mauer steht unmittelbar am Fahrbahnrand.

Meldung im November 2016

Mit großem Unbehagen beobachtet Andreas Weber aus Rohren bereits seit einigen Jahren die Situation, die aus seiner Sicht immer kritischer wird. Weber, der seit zweieinhalb in Jahren in Rohren lebt und aus Alsdorf stammt, ist seit zwei Wahlperioden parteiloses Mitglied im Städteregionstag Aachen. Er startet jetzt nicht den ersten Versuch, um hier Abhilfe zu schaffen.

In die Pflicht nehmen möchte er das Ordnungsamt der Städteregion Aachen, da es sich bei der Dorfstraße in Widdau um die Kreisstraße 26 handelt und die Böschungsmauer Eigentum des Straßenbaulastträgers sei. Bereits im November 2016 habe er die Behörde darüber in Kenntnis gesetzt, dass aus seiner Sicht hier Gefahr im Verzug sei. Mehr noch: Weber kommt nach seinen Recherchen zu der Erkenntnis, „dass es sich hierbei um einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht von Seiten des Ordnungsamtes der Städteregion Aachen handelt“.

Für ihn stellt sich sogar die Frage, ob es sich hier nicht „um eine Verletzung der Dienstaufsichtspflicht“ handele. „Das ist ziemlich fahrlässig“, sagt Weber, der jetzt damit begonnen hat, Handzettel an Anwohner der Dorfstraße zu verteilen. „Es sollen alle Bescheid wissen“, begründet er seine Aktion. Von der Städteregion möchte er nicht länger vertröstet werden. In der Wurfsendung schildert er die Situation und bittet die Bürger um Mithilfe.

Sollte es in diesem Bereich der Dorfstraße zu einem Unfall kommen, der auf die Baufälligkeit der Mauer zurückzuführen sei, sollten die Anwohner dem Verunfallten mitteilen, „dass er sich an mich wenden kann, wenn er zwecks Schadensregulierung das Ordnungsamt der Städteregion Aachen in Regress nehmen möchte“. Weber bietet an, „den hier geschilderten Sachverhalt in der notwendigen Form zu bestätigen“. Allerdings, so räumt er abschließend ein, wäre es ihm lieber, dass er mit seiner Aktion dazu beitragen könnte, „dass die gefährliche Stelle endlich ordnungsgemäß instandgesetzt wird“.

Die jüngste Frostphase, ergänzt Andreas Weber, dürfte eine weitere Schwächung der Trockenmauer zur Folge haben, und es sei nur eine Frage der Zeit „bis weitere Steine herausfallen und bald sogar auf der Straße liegen werden“. Deshalb dürfe laut Weber auch jetzt kein weiterer Aufschub geduldet werden.

Nicht so dramatisch sieht man bei der Städteregion Aachen die Situation auf der Dorfstraße in Widdau. Der Schaden an der Trockenmauer sei der Städteregion Aachen als Baulastträger bekannt und als solcher in das Maßnahmenpaket 2018 zur Straßeninstandsetzung aufgenommen worden, sagte Städteregions-Sprecher Detlef Funken.

Voraussichtlich solle die Instandsetzung der Mauer im Frühjahr 2018 erfolgen. Eine Gefährdung der Verkehrssicherheit bestehe aus Sicht der Städteregion nicht. Aus witterungstechnischen Gründen und aus artenschutzrechtlichen Vorgaben sei eine Untersuchung und Instandsetzung der Mauer während der Winterstarre nicht möglich gewesen. Die Straßenmeisterei überprüfe zudem regelmäßig den Bereich um den Mauerschaden.

(P. St.)