Monschau: „Trio Cappuccino”: Barocke Sonaten und andere Kostbarkeiten

Monschau: „Trio Cappuccino”: Barocke Sonaten und andere Kostbarkeiten

Es ist von einem neuen Akzent in der Monschauer Musik-Szene zu berichten. Am Spätnachmittag des vergangenen Freitag versammelte sich eine ansehnliche Zuhörerschar in der Aukirche, um einem sehr anregenden Musikereignis beizuwohnen, welches das „Trio Cappuccino” bestritt.

Dabei waren die Veranstalter des offenbar spontan geplanten Konzerts um einen griffigen Titel der besinnlichen Stunde selber etwas verlegen. Auch war der Inhalt - obwohl durchweg spannend - doch etwas disparat.

Grundgerüst des Programms war die barocke Trio-Literatur, zu deren Aufführung sich offenbar das „Trio Cappuccino” ausdrücklich zusammengefunden hat. Die aus dem Simmerather Raum stammenden Mitglieder dieses Trios sind die beiden Flötistinnen Simone König und Maria Schröder sowie Gerhard Hachmer am Fagott, die sämtlich ihre Sache ausgezeichnet machten. Zur Verstärkung des „Basso continuo” war in bewährter Weise die Monschauer Pianistin Birgit Röseler aktiv. Sie übernahm auch die kundige Einführung in das Programm.

Um die barocken Trio-Sonaten von Telemann, Quantz und J.L. Krebs - überaus versiert vorgetragen und trotz der etwas halligen Akustik der Aukirche gut durchhörbar - rankten sich eine Reihe weiterer Kostbarkeiten, die dann teilweise aber in ganz andere Richtung wiesen.

So überraschten die Musiker, als sie sich nach dem ersten Instrumentalstück auch als Vokalquartett hören ließen. Ein neues geistliches Lied von Manfred Siebald wurde bewegend vorgetragen, ebenso wie später eine moderne Bearbeitung eines berühmten Gebets des hl. Franz von Assisi. Das war, für sich genommen, sehr schön und ließ dann auch über die Frage nach dem Gesamtzusammenhang gern hinwegsehen.

Aus dem Barockrahmen führte auch eine Trio-Sonate des französischen frühklassischen Flötenvirtuosen Félix Rault hinaus, noch mehr freilich eine Sonate für Flöte solo und Klavier von Francis Poulenc. Die virtuose und tiefgründige Interpretation durch Simone König und Birgit Röseler ließ gerade dieses Werk als den eigentlichen Höhepunkt des ganzen Nachmittags erscheinen.

Ein weiteres, nun beinahe zeitgenössisches Trio-Werk - von Hans Hütten aus dem Jahre 1987 - konnte hiergegen qualitätsmäßig nicht ganz aufkommen. Ebenso wirkte ein einzelnes „Lied ohne Worte” von Felix Mendelssohn-Bartholdy - obwohl von Birgit Röseler in gewohnter Solidität vorgetragen - doch eher wie ein Füllsel, zumal das an dem Nachmittag benutzte elektronische Tasteninstrument natürlich für Solozwecke eigentlich nicht genügen kann.

Man möchte das „Trio Cappuccino” auch in Monschau zweifellos in Zukunft öfter hören. Zu wünschen wäre dann eine konzisere Programmfolge, die die Qualität des Gebotenen noch deutlicher zum Vorschein bringen könnte.