1. Lokales
  2. Eifel

Aachen: Tornado verwüstet mehrere Eifeldörfer

Aachen : Tornado verwüstet mehrere Eifeldörfer

Ein Tornado hat in der Eifel nach Angaben der Feuerwehr eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Tornado jagte am Sonntagabend mit Geschwindigkeiten von weit über 200 Stundenkilometern von Hellenthal bis Kall (Kreis Euskirchen) durch die Wälder. In dem Dorf Kall-Sistig wurden den Angaben zufolge Hausdächer abgedeckt und ganze Dachkonstruktionen beschädigt.

Einer Schreinerei wurde die komplette Dachkonstruktion weggefegt. Autofahrer waren durch „abgedrehte” Bäume eingeschlossen und mussten befreit werden. Niemand wurde verletzt.

Die Schneise zog sich nach Angaben der Feuerwehr von Westen über 12 Kilometer nach Nordosten. Drei weitere Ortschaften hatten Glück, der Tornado zog nur 200 Meter an ihnen vorbei. Die Schneise war rund 30 Meter breit.

Der Deutsche Wetterdienst ging am Montag von einem Tornado der Stufe zwei bis drei auf einer Skala bis fünf aus. Die Windgeschwindigkeiten betrugen demnach „weit über 200 Stundenkilometer”.

„Tornados sind das Schlimmste, was es von den Windgeschwindigkeiten her gibt”, sagte der Meteorologe Franz Josef Molé. Tornados seien eher aus den USA bekannt. In Nordrhein-Westfalen würden zwar Tornados registriert, aber die meisten fegten durch unbewohnte Gebiete, wo kaum Notiz davon genommen werde, sagte Molé.

Den letzten stärkeren Tornado der Stufe 2 durch bewohntes Gebiet in NRW habe es am 18. Juli 2002 im Raum Duisburg gegeben, davor 1989 in Düsseldorf einen Orkan der Stufe 3.

Von einer extremen Wetterlage war am Sonntagabend auch Bedburg-Hau am Niederrhein betroffen. Eine Windhose richtete Sachschäden in Höhe von 40.000 Euro an. Nach einem Gewitter hatte sich über dem Ortsteil Luisendorf ein starker Luftwirbel gebildet. Nach Angaben der Polizei wanderte er acht Minuten lang etwa fünf Kilometer weit durch ländliches Gebiet. Die Windhose deckte Dächer landwirtschaftlicher Gebäude ab, knickte Bäume um und beschädigte zehn Autos. Menschen kamen nicht zu Schaden.