Schwammenauel: Tausende Liter Wasser schießen an der Rurtalsperre in die Luft

Schwammenauel : Tausende Liter Wasser schießen an der Rurtalsperre in die Luft

Am Staubecken Heimbach unterhalb der Rurtalsperre ist es in der Regel sehr ruhig. Dumpfe, monotone Geräusche dringen hintergründig aus den Kraftwerkgebäuden, ansonsten ist alles still. Die Lage änderte sich jetzt schlagartig. Plötzlich wurde der sonst so stille Platz zum Mekka von Technik- und Naturfreaks.

Gleich viermal über den Tag verteilt wurden die Grundablässe der Rurtalsperre für jeweils zehn bis 15 Minuten geöffnet.

Zunächst war nur ein leises Rauschen vernehmbar. Dann bauschte sich der Wasserstrom an den beiden Turbinenköpfen unterhalb des Schieberhauses auf und eine beeindruckende Fontäne schoss in den Himmel. Das kalte Wasser veränderte ruckartig das Kleinklima am Staubecken. Es wurde sofort kühl und windig. Die zahlreichen Schaulustigen, die nah an den Grundablässen standen, wurden zart bis kräftig geduscht. Die, die weiter weg einen guten Platz gefunden hatten, genossen die frische Luft in diesem heißen Sommer.

Das Versprechen von Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER), lautete: „Allen, die sich die Öffnung der Grundablässe ansehen, wird dieses Ereignis dauerhaft in Erinnerung bleiben.“ Damit hatte Reichert nicht zu viel versprochen, machte die enorme Wasserfontäne doch deutlich, welche Kraft und welche Masse hinter der Mauer der Rurtalsperre tatsächlich steckt.

Eine bleibende Erinnerung

„Normalerweise“, sagte Marcus Seiler, Pressesprecher des WVER, „werden die Grundablässe nur zu Wartungszwecken geöffnet oder für den extrem seltenen Fall, dass die Füllmenge in der Talsperre zu hoch ist und entlastet werden muss. Für die Öffentlichkeit findet das Spektakel normalerweise nicht statt.“

In der Regel wird der Abfluss der Talsperre über das von der Firma Innogy betriebene Jugendstilkraftwerk, das einige Hundert Meter vom Schieberhaus entfernt liegt, abgeleitet, womit dann Strom produziert wird. Da die Rurtalsperre allerdings in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert und der WVER sein 25-jähriges Bestehen, machten die Verantwortlichen eine Ausnahme und luden alle Interessierten ein.

15.000 Liter Wasser schossen pro Sekunde in die Luft. Abgabemenge war 15.000 Liter, 40.000 Liter wären möglich. WVER-Pressesprecher Marcus Seiler sagte: „Dann wird die Fontäne aber nicht höher, nur das Staubecken stärker geflutet.“

Gut 1000 Besucher haben das Spektakel über den Tag verteilt verfolgt. Ein Shuttlebus brachte die Besucher vom Parkplatz Schwammenauel zum Staubecken und zum Schieberhaus. Wer mochte, konnte allerdings auch zehn Minuten lang die zahlreichen Treppen an der Außenwand der Talsperre hinuntersteigen oder von der Seite des Jugendstilkraftwerks aus an das Staubecken und das Schieberhaus herangehen. Sowohl am Parkplatz Schwammenauel als auch am Schieberhaus gab es viel Informatives rund um die Jubiläen in Form von Text- und Bildmaterial auf Plakatwänden.

(gkli)
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