Der See in Flammen: Tausende Besucher bei Rursee-Rock

Der See in Flammen : Tausende Besucher bei Rursee-Rock

„Alle Jläser huh“, forderte Bastian Campmann, Sänger der Kölschrock- und Karnevalsband Kasalla beim Betreten der Bühne. Das ließen sich die rund 2500 Besucher bei der siebten Auflage des Rursee-Rocks nicht zweimal sagen. Denn nicht nur die hohen Temperaturen, sondern auch die beiden Vorbands „Die Versenker“ und die Lokalmatadoren „The Billy Boys“ hatten den Gästen schon ordentlich eingeheizt.

Am Tag nach der Eröffnung des 53. Rursee in Flammen war das gekonnt und kurzweilig zusammengestellte Programm ein würdiger Vorgeschmack auf den Höhepunkt mit dem Feuerwerk am Samstag im Rahmen des größten Volksfestes in der Nordeifel. Deutlich über vier Stunden Live-Musik der drei Bands standen auf dem Programm und sorgten für beste Unterhaltung.

Bestes Sommerwetter

„Ich erwarte einen schönen Abend, geilen Rock und beste Unterhaltung in dieser wunderschönen Location und bei bestem Sommerwetter“, zeigte sich Sander Lutterbach, der Veranstaltungsleiter bei Rursee in Flammen, bereits zu Beginn des Programms sehr optimistisch. „Schon als unsere Lokalmatadoren der Billy Boys angefangen haben zu spielen, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter“, so Lutterbach. Bereits im Vorfeld seien rund 2000 Tickets verkauft worden, doch auch an der Abendkasse war die Nachfrage groß.

Mit Konfetti, Pyro und einem satten Sound wurde das Publikum beim Rursee-Rock verwöhnt. Die 2500 Fans gingen ihrerseits fantastisch mit und zeigten gute Kondition. Foto: M. Stollenwerk

Der Veranstaltungsleiter erklärte vor Beginn, dass man das Konzept des Rursee-Rocks etwas umstrukturieren wolle. „Die Veranstaltung war bis jetzt eine Plattform und eine Bühne für neue Bands. Wir wollen den Rursee-Rock weiterentwickeln, neue Ideen einbringen und insgesamt das Programm am Freitag ausbauen.“ Bereits vor zwei Jahren seien die ersten Ideen entstanden, alles „eine Nummer größer“ zu machen.

Es gebe zwar viel zu organisieren und man müsse viel beachten, doch habe man mit Niclas Hilger, der Veranstaltungstechniker ist und die Veranstaltung organisiere, den richtigen Mann dafür. „Wir müssen, wenn eine Band wie Kasalla kommt, Sondergenehmigungen beantragen, ein umfangreiches Sicherheitskonzept vorweisen und beispielsweise auch Notausgänge kennzeichnen“, so Lutterbach, der ohnehin im Prinzip das ganze Jahr über mit dem Rurseefest beschäftigt ist und schon mitten in den Planungen für die nächste Auflage in 2019 steckt.

Letztes Konzert nach knapp acht Jahren: Die Kölner Rockband „Die Versenker“ gab beim Rursee-Rock nach rund 200 Konzerten ihr Abschiedskonzert. Foto: H. Schepp

Und seine Wünsche für diesen Abend gingen auf: Es sangen und feierten alle gemeinsam und friedlich vor der Bühne, genossen den lauen Sommerabend und den Blick auf den Eiserbachsee.

Es war ein bunt gemischtes Publikum zum Rursee gekommen, in dem alle Altersgruppen vertreten waren. „Ich erwarte ein tolles Konzert und einen unvergesslichen Abend“, sagte Norbert Schrader, der aus Wuppertal zum Rursee-Rock gekommen ist. Er ist zum ersten Mal beim Rurseefest zu Gast und war auch noch nie auf einem Konzert von Kasalla. „Freunde, die ebenfalls noch nie hier waren, haben mich eingeladen, mit nach hier zu kommen. Beim Feuerwerk morgen werden wir dann auf jeden Fall auch dabei sein“, so der 53-Jährige.

Die Lokalmatadoren „The Billy Boys“ kamen beim Publikum sehr gut an und konnten mit ihrem Auftritt überzeugen. Foto: H. Schepp

Zu Beginn stand jedoch zunächst der rund 30-minütige Auftritt von den Billy Boys an, und der Platz vor der Bühne war bereits gut gefüllt. Die vier Lokalmatadoren, davon drei aus Rurberg und einer aus Woffelsbach, sorgten für einen ersten Stimmungshöhepunkt. Die Band ist zurzeit auf Jubiläumstour, denn sie spielt in der aktuellen Besetzung (Christoph Nellessen, Akustik-Gitarre, Klaus Lauscher, Bass, Martin Schröder, Schlagzeug und Gesang, sowie Bernd Rollesbroich, E-Gitarre und Gesang) seit exakt 20 Jahren zusammen. „Für uns ist es eine Premiere, vor einem so großen Publikum zu spielen“, verriet Christoph Nellessen. „Es war ein klasse Gefühl, die Leute haben richtig Stimmung gemacht und es war schön, dass so früh schon so viele da waren.“

Der Auftritt der Kölner Rockband „Die Versenker“ am Rursee sollte gleichzeitig deren letzter sein. Das Trio aus Köln gab nach acht Jahren und insgesamt knapp 200 Konzerten nun in Rurberg sein Abschiedskonzert. Es war etwas Wehmut zu spüren, die die mitgereisten Fanclubs der Band jedoch durch gute Stimmung vertrieben. Besonders das Lied „Hör niemals auf“ war ein emotionaler Höhepunkt des rund 90-minütigen Auftritts, den das Publikum mit einem lang anhaltenden Applaus honorierte.

Nach einer kurzen Umbaupause stand dann mit dem Auftritt von Kasalla der von vielen erwartete Höhepunkt auf dem Programm.

„Wir sind vor jedem Auftritt angespannt, egal wie die Größenordnung ist. Das muss aber auch sein, um eine gute Leistung zu bringen“, verriet Bastian Campmann, der Sänger der 2011 gegründeten Band, kurz vor dem Auftritt. Vor einem Konzert sei es ihnen wichtig, früh vor Ort zu sein, um die Atmosphäre aufzusaugen und etwas zu entspannen. Außerdem bereite sich jeder von ihnen auf seine Weise auf ein Konzert vor. „Für Flo (Florian Peil, Gitarre und Gesang, aufgewachsen in Hürtgenwald-Straß/Anm. der Red.) ist das Konzert hier schon etwas Besonderes, denn er ist ja aus der Voreifel“, sagt Campmann schmunzelnd.

Nach dem Konzert gehe es dann direkt wieder zurück, „denn morgen steht schon der nächste Auftritt in Bonn an“. Ob es hier ein Wiedersehen geben kann? „Das kann man eigentlich erst nach dem Konzert sagen, doch wenn man die Leute und die Atmosphäre sieht, ist das schon vorstellbar.“

Unmittelbar vor dem Auftritt gab es eigens eine „Humba“ für die fünfköpfige Kölschrock- und Mundartband. Diese enterte die Bühne kurz darauf mit dem Song „Alle Jläser huh“ und sorgte damit für den ersten Stimmungshöhepunkt. Es gab anschließend eine abwechslungsreiche Mischung aus ruhigen Songs, Liedern zum Schunkeln, Hip-Hop-Elementen, aber auch den bekannten Hits. So startete Kasalla beim Lied „Pirate“ eine stimmungsvolle La-Ola. Auch die bisher längste Mondfinsternis in diesem Jahrtausend konnte wunderbar verfolgt werden. Nach knapp zwei Stunden sorgte die Band mit den Hits „Stadt met K“, „Kumm mer lääve“ sowie der Zugabe „Mir sin Eins“ noch einmal für eine wahre Stimmungsexplosion.

Um kurz nach Mitternacht endete der siebte Rursee-Rock, doch Sander Lutterbach denkt bereits an 2019: „Wir haben auch für den achten Rursee-Rock am 26. Juli 2019 schon erste Ideen, denn wir wollen das Programm am Freitag ausbauen und das Niveau von diesem Jahr halten. Auch wenn Kasalla natürlich schwer zu toppen sein wird.“

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