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Roetgen: Supermarkt statt FKK im Eurosport?

Roetgen : Supermarkt statt FKK im Eurosport?

Ein Supermark im Eurosport, mehr Fläche und neue Betriebe im Gewerbegebiet, offene Ganztagsgrundschule, Ausbau der Wilhelmstraße in Roetgen und eine neue Jugendstätte in Rott: Die Gemeinde Roetgen hat für dieses Jahr große Pläne und bereits geplante Projekte.

Das machte Bürgermeister Manfred Eis beim ersten Neujahrsempfang der Gemeinde deutlich. Die Gemeinde will eine neue Tradition begründen: den Neujahrsempfang.

Bürgermeister Manfred Eis hatte dazu viele Gäste eingeladen und viele Gäste waren am Samstagmittag ins Rathaus gekommen: Vertreter der Politik, der Vereine, der Schule, der Banken, der Kirche, der prominenteste Gast: Achim Großmann, Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer StaatssekretärÊ beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.

Große und kleine Politik

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang im großen Saal des Rathauses vom Jugendorchester der Musikvereinigung Roetgen, Leiter des jungen Orchesters ist Harry Brandts.

Der Neujahrsempfang bot gute Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen unter den Gästen. Der Neujahrsempfang sei auch eine Gelegenheit, „sich miteinander auszutauschen und Positives für die Gemeinde zu initiieren, sagte Bürgermeister Manfred Eis.

Im Mittelpunkt des Empfangs aber stand die Ansprache von Bürgermeister Eis, der sich mit der großen und kleinen Politik befasste und Ausblick hielt auf die „nahe Zukunft” der Gemeinde Roetgen, die „noch eine rühmliche Ausnahme” sei: Roetgen gehört zu den unverschuldeten Kommunen.

Wie lange dieser Status noch gehalten werden kann, „das weiß ich wirklich nicht”, sagte Bürgermeister Eis, der aber gleichzeitig mahnte: „Dies hängt in starkem Maße auch davon ab, wie vernünftig die vor Ort Verantwortlichen mit den öffentlichen Mitteln umgehen.” Dies hängt aber auch von der Gemeindefinanzreform ab und auch von der wirtschaftlichen Lage. Um den Haushalt auszugleichen, musste die Gemeinde wiederholt auf die Rücklagen zurückgreifen. Auch für dieses Jahr „stehen die Zeichen auf Sturm”, sagte Manfred Eis, der keine Prognose wagte, wie in einem Jahr der Rechnungsabschluss aussehen wird.

Der Bürgermeister setzt auch künftig auf die Gewerbesteuer, wäre sie abgeschafft worden, es wäre dies der „Todesstoß für die Gemeinden und Städte gewesen”, glaubt Eis.

Neue Arbeitsplätze zu schaffen und mehr Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu erzielen, dies sind wichtige Ziele in der Roetgener Kommunalpolitik 2004. Manfred Eis verwies auf die „dringend notwendige Erweiterung des Gewerbegebietes. Die Bauaufträge sind erteilt, bei guter Witterung können die Arbeit zügig fortgeführt und bald beendet werden. Die Gemeinde werde bestrebt sein, die Erweiterungsflächen „so schnell wie möglich mit Betrieben zu füllen”.

Dabei kommt, so hofft der Bürgermeister, der Gemeinde der günstige Hebesatz für die Gewerbesteuer von 395 Prozentpunkten zugute. Der Hebesatz sei der niedrigste im Bereich der Industrie- und Handelskammer Aachen, er „übt hoffentlich eine Anziehungskraft auf neue oder veränderungswillige Betriebe aus”, sagte der Bürgermeister, der hinzufügte: „Dies würde unsere Strukturschwäche mildern, leichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen und somit die Zahl der beruflichen Auspendler vermindern.”

Zu den Plänen in Roetgen gehört auch dies, wie Manfred Eis erläuterte: Im ehemaligen Euro-Sport einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb anzusiedeln, „um mit dieser Maßnahme Kaufkraft in der Gemeinde zu binden und Arbeitsplätze zu schaffen”. „Wir stehen in Verhandlungen”, betonte Manfred Eis. Über weitere Themen in der Neujahrs-Ansprache des Bürgermeisters werden wir noch berichten.