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Nordeifel: Sturm stoppte die Rursee-Flotte

Nordeifel : Sturm stoppte die Rursee-Flotte

Der Sturm, der Mittwoch und Donnerstag über die Eifel fegte, deckte zwar keine Dächer ab, aber die orkanartigen Böen brachten den Rursee gehörig in Wallung.

Die Folge: Die vier Fahrgastschiffe der Rurseeschifffahrt auf dem Rursee und dem Obersee mussten an beiden Tagen teilweise ihren Betrieb einstellen.

Selbst altgediente Schiffsführer haben einen solchen anhaltenden Sommersturm lange nicht mehr erlebt.

Waltraud Heuken, Geschäftsführerin der Rurseeschifffahrt spricht von einem „Ausnahme- zustand.” Man habe zwar am Vormittag noch versucht zu fahren, doch bei Windstärken zwischen acht und zehn habe man dann entschieden, dass weitere Fahrten nicht mehr zu verantworten sein. „Auf dem Wasser hatten sich bereits Schaumkronen gebildet”, berichtet Waltraud Heuken. Beim Anlegen habe die Gefahr bestanden, dass es zu Schäden am Schiff oder den Brücken komme.

Kein Passagiermangel

Folglich konnte der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden. Die Geschäftsführerin widerspricht jedoch der Darstellung einer Schulklasse aus Bergstein, die derzeit im Jugendferienheim des Eifelvereins im Schilsbachtal ihr Lager aufgeschlagen hat, wonach der Schiffsverkehr wegen fehlender Passagiere eingestellt worden sei. „Wir fahren immer nach Plan, auch wenn die Schiffe leer sind”, versicherte sie, allerdings sei man bei höherer Gewalt machtlos.

Obwohl dieser Passus auch in den Beförderungsrichtlinien vermerkt sei, habe man von der Anlegestelle Rurberg aus wartende Gäste mit eigenen Pkw nach Hause gefahren. Einer Schulklasse, die eine Fahrt von Rurberg nach Schwammenauel vorgebucht habe, habe man sogar den kompletten Fahrpreis zurückerstattet und empfohlen, mit dem Taxi zurückzufahren.

„Wir haben wirklich alles versucht und bemühen uns um jeden Gast”, sagt Waltraud Heuken.

Durchwachsene Saison

Das Sommer-Unwetter passt leider gut in die bisher sehr durchwachsene Saison, denn auch das Frühjahr 2004 war schon äußerst unbeständig. Häufig sind die Rurseeschiffe dünn besetzt, „und wenn die Wettervorhersage negativ ist, dann bleiben die Tagestouristen völlig weg”, ist die Erfahrung der Geschäftsführung, „auch wenn die Prognose für den Rursee oft nicht stimmt”.

In einer guten Saison befördert die Rurseeschifffahrt etwa 200.000 Fahrgäste übers Wasser. Doch es gibt halt nicht jedes Jahr einen Supersommer.