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Leykaul: Sturm ließ Dach in Flammen aufgehen

Leykaul : Sturm ließ Dach in Flammen aufgehen

Über 60 Feuerwehrmänner aus Kalterherberg, Mützenich und aus dem belgischen Büllingen haben in der Nacht zum Donnerstag mit vereinten Kräften den Brand eines Einfamilienhauses in Leykaul bekämpft.

Der stürmische Wind sowie weitere unglückliche Umstände ließen dennoch den Dachstuhl des Hauses völlig ausbrennen, im Erdgeschoss des eingeschossigen Gebäudes entstand erheblicher Sachschaden durch Löschwasser. Die beiden Hausbewohner erlitten schwere Rauchvergiftungen, als sie verzweifelt versuchten, Einrichtungsgegenstände aus dem bereits brennenden Haus zu schaffen.

Zu Fuß Hilfe geholt

Die Alarmierung der Feuerwehr über die Leitstelle in Simmerath erfolgte um 23.52 Uhr, wie am Donnerstag Einsatzleiter Josef Thoma, auch Gruppenführer der Kalterherberger Löschgruppe, berichtete. Bei Eintreffen der Rettungskräfte aber brannte der Dachstuhl des Hauses bereits in voller Ausdehnung, wertvolle Zeit war vom Bemerken des Feuers bis zur Alarmierung verstrichen. Zunächst scheiterte der Versuch der Eigentümer, die Feuerwehr telefonisch zu alarmieren, da es durch das Feuer bereits zu einem Kurzschluss im Stromnetz des Hauses gekommen und die Telefonanlage außer Gefecht gesetzt war.

Zu Fuß machte sich der Eigentümer dann auf den Weg, um Hilfe zu holen. Erst beim übernächsten Nachbarn traf er Hilfe an, doch auch dort konnte zunächst kein Notruf abgesetzt werden. „Ob die europaweit gültige Notrufnummer 112 nicht bekannt war oder aus technischen Gründen nicht funktionierte, wissen wir noch nicht. Jedenfalls wurde die Leitstelle dann erst über einen Bekannten in Höfen, der wiederum ein Mitglied der Kalterherberger Feuerwehr benachrichtigte, erreicht. „Da sind wertvolle Sekunden, ja Minuten vergangenen”, bedauerte Josef Thoma.

Hilfe aus Bülingen

Auch die Feuerwehr traf zunächst eine schwierige Einsatzlage an, gibt es an der Siedlung Leykaul doch „null Wasserversorgung”, so Thoma. Mit dem Schlauchwagen der Löschgruppe Mützenich wurde vom Hydranten Malmedyer Straße auf deutscher Seite aus eine Wasserversorgung bis zur Einsatzstelle gelegt, buchstäblich ein Segen war aber auch ein Tanklöschfahrzeug mit 13.000 Litern Fassungsvermögen, das die Feuerwehrkameraden aus Büllingen erst vor 14 Tagen erhalten hatten. „Das Ding hat seine Feuertaufe wortwörtlich bestanden”, konnte der Einsatzleiter feststellen, nachdem das brennende Haus gelöscht worden war.

Äußerst brenzlig war bei stürmischem Wind und entsprechendem Funkenflug auch der nahe Wald, auf den das Feuer bereits übergegriffen hatte. Auch hier konnte mit reichlich „Wasserkraft” jedoch Schlimmeres verhindert werden.

Insgesamt über 60 Helfer und zehn Fahrzeuge waren bei dem nächtlichen Einsatz zugegen, „die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktionierte gut”, durfte Josef Thoma bilanzieren. Um 2.09 Uhr rückten die deutschen Einsatzkräfte wieder ein, die Feuerwehr Büllingen hielt Brandwache.

Der Sachschaden ist noch nicht beziffert, die Ursache ebenfalls noch unklar, da sich die Eigentümer am Donnerstag noch im Simmerather Krankenhaus befanden.

Problematischer Notruf

Gegenstand der Diskussionen aber dürfte nach diesem Vorfall erneut die telefonische Alarmierung sein, die über die Landesgrenzen hinweg offenbar immer noch ein Problem darstellt. Auch via Handy konnte von Leykaul aus keine schnellere Hilfe alarmiert werden, da der Notruf über das belgische Proximus-Netz ebenfalls ins Leere ging.