Studie bestätigt: Monschau ist ein Touristen-Magnet

Studie attestiert der Stadt gute Arbeit : Monschau ist jetzt amtlich ein Touristenmagnet

Der Tourismus hat sich laut einer Studie in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt als der in der Städteregion Aachen. Wichtig sind dabei nicht nur die Übernachtungen, sondern auch die Tagesgäste – und davon gibt es geschätzt mehr als eine Million pro Jahr.

Willkommen in der „Champions League der deutschen Touristenhochburgen“! Monschau hat nun schwarz auf weiß, was man zwar immer irgendwie gewusst hat, aber nie konkret nachweisen und beziffern konnte: Dass die Stadt maßgeblich vom Tourismus lebt und sich jeder investierte Cent gewinnbringend auswirkt – auf die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und damit auch auf den städtischen Haushalt.

Das geht aus einer Studie des auf Tourismus spezialisierten Münchener Marktforschungsinstituts dwif-Consulting zurück, die am Dienstagabend im städtischen Wirtschaftsausschuss vorgestellt wurde. So hatte Geschäftsführer Manfred Zeiner jede Menge Zahlen im Gepäck, die durchaus eindrucksvoll sind „und die belegen, dass hier in der Verwaltung und im Rat unter Bürgermeisterin Margareta Ritter hervorragende Arbeit geleistet worden sein muss“.

Demnach hat sich der Tourismus in Monschau in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt als der im Land und auch in der Städteregion Aachen. Die Marktforscher gehen von immerhin rund 260.000 Übernachtungen pro Jahr aus, von denen knapp 180.000 statistisch erfasst sind. In den Statistiken seien allerdings keine Gäste berücksichtigt, die zum Beispiel in Privatwohnungen oder auch Wohnmobilen übernachteten. Ebenso wichtig seien in Monschau allerdings die Tagesgäste: Geschätzt 1,2 Millionen Menschen besuchen jährlich die Altstadt, ohne im Stadtgebiet zu übernachten.

„Das zeigt, dass die Fokussierung auf Übernachtungsgäste in Monschau fatal wäre“, sagt Zeiner. Die Berechnungen seines Instituts zeigen, dass jeder Tagesgast im Schnitt immerhin 23,10 Euro vor Ort ausgibt. Camper lassen 32,20 Euro da, Hotelgäste 99,30 Euro. Und wer in privat vermieteten Ferienwohnungen übernachtet, der zahlt immerhin 72,70 Euro. So kommt die Stadt auf einen Gesamtumsatz von 48,9 Millionen Euro – „ein respektabler Betrag“, sagt Zeiner. Für mehr als die Hälfte des Umsatzes sorgen in dieser Bilanz die Tagestouristen.

Alles in allem leben in Monschau so rein rechnerisch mindestens 960 Menschen vom Tourismus, wobei die Marktforscher ein durchschnittliches Einkommen von 23.763 Euro zugrunde gelegt haben. „Damit sind Sie in der Champions League der Touristenorte angekommen“, gratulierte der Macher der Studie. Der prozentuale Anteil der vom Tourismus profitierenden Menschen sei im Bundesschnitt eher halb so groß. „Das ist wirklich herausragend – eine sensationelle Erfolgsbilanz“, überschlug sich der Münchener förmlich mit Komplimenten an die Stadt und ihre Bürgermeisterin. Für den Fiskus bedeute dies satte Einnahmen: Das touristisch bedingte Steueraufkommen (Mehrwert- und Einkommenssteuer) beziffert die dwif-Consulting auf stolze 4,6 Millionen Euro.

Für Politik und Verwaltung sind die Zahlen wichtig, liefern sie doch Argumente dafür, dass die Stadt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in den Tourismus investieren muss. „Unsere Zahlen belegen, dass diese Ausgaben von elementarer Wichtigkeit sind, auch wenn sie nicht zu den Pflichtausgaben der Verwaltung zählen“, erklärt Wolfgang Heuschmid, Experte für kommunale Finanzen bei dwif-Consulting. In den vergangenen Jahren hatte diese Frage eine große Rolle gespielt, da der Haushalt nicht ausgeglichen war und sogenannte „Freiwillige Ausgaben“ unter anderem in die touristische Infrastruktur gut begründet werden müssen.

Heuschmid und seine Kollegen haben sich in den vergangenen Wochen durch die Zahlen der Monschauer Haushaltsbilanz für das Jahr 2017 gekämpft und eine für die Stadt erfreuliche Rechnung aufgemacht. Demnach hat Monschau in jenem Jahr durch den Tourismus unter dem Strich insgesamt 793.595 Euro eingenommen. Berücksichtigt wurden dabei alle durch den Tourismus bedingten Ausgaben und Einnahmen, darunter zum Beispiel die Parkgebühren, die der Stadtkasse Einnahmen von mehr als 743.000 Euro bescherten und damit als „Cashcow des Haushalts“ (Heuschmid) dienen.

Kein Wunder also, dass das Zahlenwerk im Wirtschaftsausschuss mit großer Zufriedenheit aufgenommen wurde. „Unser Plan ist aufgegangen, die Trendwende ist signifikant“, freute sich CDU-Fraktionschef Micha Kreitz. Sein Kollege Werner Krickel (Grüne) hält die Studie für „sehr gut und aufschlussreich“. Schließlich habe seine Fraktion auch zehn Jahre dafür gekämpft, dass man nun die Auswirkungen des Tourismus ganz genau nachvollziehen könne. Nun wollen alle Fraktionen den umfangreichen Bericht genau studieren, um demnächst mit den Machern über weitere Konsequenzen zu debattieren.

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