Aachen: Streit um Leitstelle der Feuerwehr schwelt weiter

Aachen: Streit um Leitstelle der Feuerwehr schwelt weiter

Der Chef der Berufsfeuerwehr Aachen, Jürgen Wolff, leidet. Nach einem kurzen Probelauf wird im Juli die hochmoderne Leitstelle der Berufsfeuerwehr im Neubau an der Stolberger Straße ihren Betrieb für die Städteregion aufnehmen.

Zum Bedauern und Unverständnis Jürgen Wolffs leider nicht für die gesamte Städteregion. Drei frühere Kreis-Kommunen wollen partout nicht mitmachen.

Nicht nur den Jürgen Wolff schmerzt das sichtlich. „Das übersteigt mein Fassungsvermögen”, zeigte sich auch der Grüne Wolfgang Luczak geradezu entsetzt im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz. Dort berichtete Wolff über die Lage. Die ist in der Tat bemerkenswert: Mit einem millionenschweren Aufwand wurde in der Stolberger Straße für die Wehr ein Neubaukomplex hochgezogen. Die Technik auf neuestem Stand ermöglicht, von dort aus den Einsatz der Berufsfeuerwehr nicht nur wie bisher für die Stadt Aachen, sondern für die gesamte Städteregion zu lenken. Damit sind auch alle einverstanden - bis auf die Kommunen Alsdorf, Eschweiler und Stolberg. Die drei beharren auf der alten Leitstelle des Kreises in Simmerath.

Alle Versuche gescheitert

Alle Versuche, so Jürgen Wolff, in vielen Gesprächen und kleinen Arbeitsrunden und selbst mit Gutachten die Vorteile einer gemeinsamen städteregionalen Leitstelle herauszustellen und die angeblichen Nachteile für Eschweiler, Stolberg und Alsdorf zu entkräften, seien gescheitert. „Eine möglichst effektive Struktur ist unser Kriterium und nicht eine alte Gewohnheit”, erklärte Jochen Luczak kopfschüttelnd. Er versprach dem Leiter der Berufsfeuerwehr seitens der Grünen „volle Unterstützung”.

Das Bedauern ist groß

Eigens zum Thema „städteregionale Leitstelle” war Städteregionsratsmitglied Marc Peters (Grüne) in den Aachener Ausschuss geeilt. Auch er bedauerte die Entscheidung der drei früheren Kreis-Kommunen, bei der gemeinsamen Leitstelle nicht mitzuwirken und auf Simmerath zu beharren. Peters wetterte: „Nun geht es zuerst einmal ohne die drei los. Ich bedauere das sehr, das ist nicht gut.”

Wehrleiter Jürgen Wolff mochte es sich denn doch nicht verkneifen, mit mahnendem Unterton auch auf mögliche Folgen des heutigen Simmerather Alleingangs von Alsdorf, Eschweiler und Stolberg aufmerksam zu machen. Wer später möglicherweise doch noch zur neuen städteregionalen Leitstelle Aachen stoße, müsse dann auch für den Zeitverzug, die Kosten und andere Hemmnisse eintreten. Wolff gab sich kämpferisch: „Wir starten mit Aachen und den verbleibenden sechs Kommunen der Städteregion. Wir werden zeigen, dass eine städteregionale Leitstelle Aachen Sinn macht.”

Bei allem anhaltenden Ärger wegen des nun schon lange währenden Gezerres um die Leitstelle, konnte sich Wehrleiter Wolff für sich und seine Mitarbeiter doch auch freuen. Angesichts der entsetzlichen Brand-Katastrophen und der traurigen Ereignisse mit vier Toten, darunter drei kleinen Kindern, und weiteren schweren Unfällen in den vergangenen Wochen gab es aus allen Fraktionen viel Lob und Anerkennung für die Einsätze und die Arbeit der Berufsfeuerwehr.

Rauchmelder gefordert

Heike Wolf (SPD) unter zustimmendem Nicken ringsum: „Unser Dank gilt der Feuerwehr. Sie haben Übermenschliches geleistet in den letzten Wochen.” Die Politiker regten an, bei der Vorsorgearbeit überall die Forderung „Rauchmelder für alle Wohnungen” noch stärker in den Vordergrund zu stellen.

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