Nordeifel: Streifzüge durch die Eifel: Neues Buch

Nordeifel: Streifzüge durch die Eifel: Neues Buch

Auch der Letzte hat es inzwischen gemerkt: Die Eifel ist gesellschaftsfähig geworden, und man möchte dazugehörigen. Und wenn man dann als Auswärtiger hier seine neue Heimat findet, dann muss es selbstverständlich die ganz tiefe Eifel sein — in Randlage, ein wenig idyllisch und zur Not auch bisschen rückständig.

So ist es auch Michael Kühler ergangen, der in einer niederbayrischen Kleinstadt geboren wurde, und den es in den Weiler Bermel-Heunenhof (im Funkloch) nahe der Eifelstadt Mayen verschlagen hat. Früher wusste Kühnel nach eigenen Angaben kaum, dass es die Eifel gibt, heute schreibt er Bücher über seine Entdeckungstouren durch die Eifel.

Nachzulesen ist seine Wahrnehmung der Mittelgebirgsregion im Städtedreieck Aachen, Trier Koblenz im jetzt erschienenen Buch „Streifzüge durch die Eifel — Große Geschichten aus einer kleinen Welt“. Ob die Geschichten wirklich groß sind, findet der Leser bald selbst heraus, auf jeden Fall handelt es sich querbeet um eine subjektive und unvollständige Themen-Auswahl, die ihren Ursprung in Begegnungen, Beobachtungen und intensiver Internet-Recherche hat, wie hunderte Hinweise auf entsprechende Seiten im Netz unterstreichen.

Der bunte Einband des Buches mit einer hübschen Ansicht des Fachwerkörtchens Monreal verspricht auf den ersten Blick einen touristischen Streifzug durch die Eifel, aber es folgen dann 222 Seiten reiner Text, unterteilt in Dutzende Geschichten, die das persönliche Erleben eines Eifelreisenden wiederspiegeln.

Die „großen Geschichten“ bewegen sich zwischen Kunst und Kultur, zwischen Alltag und Festivitäten, zwischen kulinarischen Erfahrungen und Randerscheinungen. Dieser persönliche Blick auf die Region wird verpackt in gut lesbare und informative Texte.

Auch wenn es sich um eine persönliche Sicht der Eifel handelt, verwundert es, dass beispielsweise die Eifel-Kultur-Tage Erwähnung finden, nicht aber das Eifel-Literatur-Festival mit den Top-Autoren der Weltliteratur. Es lässt sich eben nicht verkennen, dass der Autor sich überwiegend im Umfeld seiner Wahlheimat, also im Kreis Mayen-Koblenz bewegt, wo er sich ja auch am besten auskennt. So bleibt die Nordeifel ebenfalls ein wenig außen vor, sieht man einmal von hinreichend bekannten Geschichten über das Rote Haus und die Monschauer Senfmühle.

Und obwohl 2015 erschienen, sind die „Streifzüge“ nicht immer ganz auf Ballhöhe, wenn zum Beispiel zu einem Besuch in „Venn‘s Theater“ nach Roetgen eingeladen wird, dessen Schließung im September 2013 bekannt wurde. Aber wie sagte schon Eifel-Kabarettist Jupp Hammerschmidt: „In der Eifel passieren Sachen, davon kann der Städter nur träumen.“

(P. St.)