Monschau: Stolz auf das „schiefergraue Eifelstädtchen”

Monschau: Stolz auf das „schiefergraue Eifelstädtchen”

Nun haben die Monschauer es schriftlich, was die Monschauer selbst eigentlich schon immer wussten: Monschau gehört zu den schönsten Orten in ganz Deutschland. Monschau landete als „Fachwerkjuwel” und „schiefergraues Eifelstädtchen” hinter Waldsassen in Bayern und vor Havelberg in Sachsen-Anhalt auf Platz acht. Redakteure der Fernsehzeitschrift „Hörzu” haben Monschau unter 100 Orten zu einem ihrer „Lieblingsplätze” ausgewählt.

„Es ist wahr und es muss wahr bleiben”, so lässt der Monschauer Literat Ludwig Mathar (1882 bis 1958) in seinem Roman „Die Monschäuer” sagen, „die Monschäuer bilden sich nicht wenig auf sich und ihr Städtchen einen. Haben aber auch Recht, stolz darauf zu sein: So ein Städtchen (wie Monschau) gibt es zwischen Maas und Rhein, nein auf der ganzen Welt nicht mehr”.

„Die Monschauer wissen, was sie wollen: „Immer wollen sie etwas Extras haben, und kriegen sie´s nicht, rennen sie mit dem Kopf durch die Wand”, seufzen die Marktweiber in diesem Roman, den Ludwig Mathar nach dem siebziger Krieg, also 1870/71, spielen lässt.

In diesem Heimatroman zeigt Mathar die Charakteristika auf, „die das Wesen des Monschäuers” bestimmen. Da ist vor allem das Selbstbewusstsein: „Sie, die Monschäuer, wissen, dass sie was sind und dass sie was haben.”

Ludwig Mathar stellt heraus: Der Monschäuer der alten Tage war selbstbewusst, fleißig, stolz auf seine Stadt und ein Liebhaber des guten Essens. „Mit dem Weizenbrötchen, knusprigen Klöppelchen, mit Butter und Eiern fängt für einen Monschäuer der Tag an. Ein paar Gläschen „Klaren” kommt des Sonntags hintendrein.”

Der Monschäuer (nicht Monschauer, das sind die Leute ringsum auf den Dörfern) ist von allumfassender Neugier. Ludwig Mathar nennt weitere Eigenschaften und Eigenarten: In Monschau baut keiner nach Schnur und Regel und nicht einer wie der andere.

Er lobt den Humor mit Hintersinn, die Finesterei der Monschäuer, ihre Vorliebe für Sagen, Märchen und Schelmenstückchen, die in Monschau selbst „ins Kraut schießen wie der Salat um Peter und Paul”. Und auch dies sagt Ludwig Mathar über seine Landleute: „Ja, gelogen wird in Monschau, dass sich die Balken biegen und die Engel im Himmel den Bauch halten.”

Ganz besonders beeindruckt ist Ludwig Mathar vom Traditionsbewusstsein der Monschäuer: „Das ist das Schönste an der ganzen Monschäuer Art, dass sie nicht um jeden Preis dem Neuen den Vorzug gibt, sondern im Gegenteil zäh und treu an dem guten Alten festhält.”

Auch davon war Mathar überzeugt: „Fleißig sind die Monschäuer über die Maßen. Von einem faulen Monschäuer hat man sein Lebtag noch nie gehört.”

Monschau gehört laut „Hörzu” zu den schönsten Orten in Deutschland. Monschau ist mit rund zwei Millionen Tagesbesuchern eine „Metropole” der Eifel.

Monschau ist vieles, wie die Touristiker sagen: staatlich anerkannter Luftkurort (was man allerdings kaum merkt), mit der Mosnachau-Klassik eine Festspielstadt, eine Kunststadt (mit dem KuK und vielen kleinen Galerien), eine Naturstadt (mit schöner Landschaft ringsum), eine alte Tuchmacherstadt (mit dem „Roten Haus” aus der Blütezeit der Tuchmacher), „eine Burg-Stadt” mit der Burg aus dem 12. Jahrhundert hoch über der Altstadt, eine historische Stadt mit einem gut 300 Jahre alten Stadtkern und etwa 300 denkmalgeschützten Häusern.

Wie sagte doch Ludwig Mathar: „So ein Städtchen (wie Monschau) gibt es zwischen Maas und Rhein, nein, auf der ganzen Welt nicht mehr.”