Störche machen Rast in der Eifel

Auf dem Weg ins Winterquartier : Störche machen Rast in der Eifel

Mit weiten Schritten schreiten die großen weißen Vögel die Eifeler Wiesen ab. Dann hat einer von ihnen etwas entdeckt, beugt den Kopf nach vorne und pickt es mit dem langen roten Schnabel vom Boden auf.

Systematisch durchkämmen sie die Wiese in der Nähe von Gut Stillbusch, wobei sie von den Kühen neugierig beobachtet werden. Rund 30 Weißstörche hatten am Donnerstagmorgen beschlossen, dort ihr Frühstück zu sich zu nehmen. Übernachtet haben sie wahrscheinlich auch in der Nähe, schließlich wurden sie am Abend zuvor bereits am Feuerwehrgerätehaus Konzen/Imgenbroich gesichtet

Karl Gluth, 2. Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Aachen-Land, hat eine mögliche Erklärung dafür, dass die großen Vögel ausgerechnet jetzt in der Eifel auftauchen. Demnach sammeln sich die Störche um den 20. August an bestimmten Punkten, um die Reise nach Afrika in ihre Winterquartiere anzutreten. Gluth glaubt, dass die Weißstörche hier einen kleinen Zwischenstopp eingelegt haben. Zuhause seien die Tiere wohl in Ostdeutschland oder Polen, vermutet Gluth. Aber auch in Westeuropa hätten sich die Bestände inzwischen wieder erhöht, sagt er.

Störche, die hier rasten, nennt Karl Gluth „Gibraltar Störche“ oder „Weststörche“. Im Gegensatz zu Kranichen sind Störche nämlich Segelflieger, die auf warme Aufwinde angewiesen sind. Da diese Aufwinde auf dem Meer eher Mangelware sind, müssen Störche das Mittelmeer auf ihrem Weg nach Afrika weitgehend meiden.

Deshalb ziehen die sogenannten „Weststörche“ bei Gibraltar über das Meer. Die „Oststörche“ hingegen fliegen über den Bosporus, das Jordantal und die Sinaihalbinsel nach Afrika. Die mittlere Route über Italien nehmen nur sehr wenige Störche. Inzwischen fliegen die Störche teilweise aber auch gar nicht mehr bis Afrika, sondern überwintern in Spanien, wo sie auf Müllkippen genügend Nahrung finden.

Sonderlich scheu sind die Tiere nicht. Seit Jahrhunderten leben sie mit den Menschen in guter Nachbarschaft – man denke nur an das typische Storchennest auf dem Schornstein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rund 30 Weißstörche machen Pause in der Eifel