Monschau: Stimmungsvolles Lucia-Fest in der Stadtkirche Monschau

Monschau: Stimmungsvolles Lucia-Fest in der Stadtkirche Monschau

Zum zweiten Mal wurde in der Evangelischen Stadtkirche in Monschau der Lucia-Tag mit einer festlichen Stunde gefeiert. Das vor allem im Schweden in der Vorweihnachtszeit ausgiebig begangene Fest beginnt nun auch in Monschau zur Tradition zu werden.

Vor allem Pfarrer Jens-Peter Bentzin und der Chor „Maranatha“ haben sich das zur Aufgabe gemacht. Dabei ist der Chor eigentlich in der katholischen „Gemeinschaft der Gemeinden Monschau“ beheimatet. So hat dieses Ereignis zudem eine ökumenische Bedeutung.

In den dunklen Monaten hat in Skandinavien das Lucia-Fest vor allem den Sinn, an das wieder aufgehende Licht zu erinnern. Und im weiteren Sinne sogar den, dass es ein Licht gibt, das sichtbar macht, was ansonsten, im Alltag zum Beispiel, verborgen bleibt.

Wieder ein tiefer Eindruck

So machte es auch diesmal wieder einen tiefen Eindruck, als die Luciabraut — diesmal war es Jule Deutz — mit ihrem auf dem Kopf getragenen Lichterkranz in die Kirche einzog. Ein Teil des Chores folgte ihr: Der größere Teil der Sängerinnen und Sänger hatte sich bereits im Chorraum versammelt.

Nach dem Einzugslied „Santa Lucia“ folgte dann eine bunte Reihe von kunstvollen Chorsätzen zu weihnachtlichen Texten abwechselnd mit bekannten Weihnachtsliedern, bei denen die zahlreich erschienenen Kirchenbesucher kräftig mitsangen. Der Chor hatte sich im ganzen vorderen Kirchenraum verteilt, so dass sich ein prächtiger Raumklang entfaltete.

Es ist dem Chorleiter Ralf Dederichs als großes Verdienst anzurechnen, in „Maranatha“ einen so vielseitigen und vitalen Laienchor aufgebaut zu haben, der sich auch liturgisch und allgemein-kirchlich gern auf neues Terrain begibt. Die dargebotenen Chorsätze, etwa von Michael John Trotta und John Rutter, und vor allem das bekannte schwedische Lied „Jul, Jul, stralende Jul“ im Satz von Gustav Nordqvist wurden tadellos vorgetragen, wenn auch das starke Übergewicht der Frauenstimmen auffiel.

Die aus dem Vorjahr bekannte Heilig-Nacht-Legende von Selma Lagerlöf konnte diesmal ihren tieferen Sinn besonders gut entfalten. Luciabraut Jule Deutz las den ersten Teil sehr bewegend vor. Pfarrer Bentzin führte den Gedanken Lagerlöfs dann fort, dass es nicht auf die äußeren Lichter und Lampen ankommt.

Vielmehr tut not — wie es die Geschichte sagt —, „dass wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können“. Mit dem Bethlehemsegen, den Pfarrer Bentzin sprach, und dem feierlichen Auszug der Luciabraut mit dem Chor ging eine zu Herzen gehende Feierstunde zu Ende, die auf die weitere Fortsetzung der begonnenen Tradition hoffen ließ.

(js)