Monschau: Startet neue Schule doch in Simmerath?

Monschau : Startet neue Schule doch in Simmerath?

Arbeitsreiche Wochen stehen Verwaltung, Politik und den Vertretern der Schulen bevor. Am 30. November soll der Antrag auf Errichtung der Sekundarschule „Nordeifel” an das Düsseldorfer Schulministerium geschickt werden, und bis dahin gilt es, noch viele offene Fragen rund um die neue Schule zu klären.

Als ersten Schritt in den heißen Schulherbst empfahl der Monschauer Schulausschuss am Dienstagabend dem Stadtrat, der am 25. September tagt, die Gründung eines Schulzweckverbandes. Fast zeitgleich stimmte auch der Schulausschuss der Gemeinde Hürtgenwald der Bildung dieses Zweckverbandes zu, dem alle kommunalen Schulen der Stadt Monschau sowie der Gemeinden Simmerath und Hürtgenwald angehören sollen. Die Simmerather Gremien beraten dazu ebenfalls kommende Woche, ausdrücklich warb man am Dienstag in Monschau auch um eine Beteiligung der Gemeinde Roetgen, die aber bislang noch nicht im Boot ist.

Für den weiteren Weg gab es zunächst zwei Meinungen: Die Grünen-Fraktionen aller vier Kommunen wollten einen Projektausschuss installieren, doch später wurde beschlossen, lieber die vier Schulausschüsse der Kommunen gemeinsam tagen zu lassen, da man dann auch Beschlussempfehlungen aussprechen könne. Wenn alle Ratsbeschlüsse vorliegen, soll nun also ein interkommunaler Schulausschuss die anstehenden und drängenden Fragen diskutieren und entscheiden.

Bürgermeisterin Margareta Ritter skizzierte die wendungsreiche Geschichte der Bemühungen um eine neue Schulform im S1-Bereich und nannte die Beweggründe aus Monschauer Sicht für die letztlich vorgetragene Lösung. „Wenn Sie das so beschließen, werden wir zwei Schulen schließen. Und das ist bitter. Aber wir müssen auch die politische Verantwortung gegenüber einem Nachbarn sehen, der auch seine berechtigten Ansprüche hat und der sich sonst von uns abgewandt hätte”, begründete sie den Schulterschluss mit Simmerath. Es sei „möglicherweise noch nicht alles rund” und „nicht die Meinung aller”, was nun als Lösung auf dem Tisch liege, meinte Ritter. Man wolle die Sekundarschule für zwei Jahre in Monschau starten, weil die ECR die am besten angenommene Schule sei, die dortigen Lehrer den Wechsel besser mitgestalten könnten und dies auch für manches Geschwisterkind von Vorteil sei.

Peter Groten bedauerte, dass mit der Schließung der ECR „weit und breit keine Realschule für Jungen mehr im Angebot sei”, wertete es aber als „positiv, dass nun Klarheit für die Eltern geschaffen wird, denn die Unsicherheit der letzten Jahre hat schon viele Roetgener Eltern nach Aachen abwandern lassen”, so der Leiter der Elwin-Christoffel Realschule. Groten machte keinen Hehl daraus, dass für ihn der Start der Sekundarschule gleich in Simmerath erfolgen und die Realschule stattdessen an ihrem jetzigen Ort auslaufen sollte. Denn: „Drei Schulformen unter einem Dach - das wird schulorganisatorisch eine Herausforderung”, meinte Groten schon mit Blick auf unterschiedliche Schulstundentaktung (Haupt- und Realschule 45 Minuten, Sekundarschule 60 Minuten).

„Als wir vor zwei Jahren das Konzept für die Gemeinschaftsschule erarbeitet haben, wollten wir alle Vorteile von Haupt- und Realschule mitnehmen”, erinnerte sich Peter Groten. Nun aber sei ein neues Konzept gefordert, denn bei zwei Standorten sei „pädagogisch vieles nicht möglich oder sinnvoll”, so der ECR-Leiter.

Auch sein Kollege Franz Anton Dénes von der Gemeinschafts-Hauptschule Monschau-Roetgen regte ein „Auslaufen der Hauptschule(n) an ihrem jetzigen Standort” an, wiewohl man die Sekundarschule für die „einzig richtige Lösung” halte.

Unterricht an der Geisterschule?

CDU-Sprecher Micha Kreitz, selbst Lehrer, mochte sich nicht vorstellen, an einer „Geisterschule” zu unterrichten, an der nur noch ein oder zwei Jahrgangsstufen seien. Was aber ab 2013/14 passiere, sei vor allem vom Elternwillen abhängig zu machen, der bei der weiteren Ausarbeitung dringend zu berücksichtigen sei, „denn es geht um die Kinder!” so Kreitz.

Diesen Gedanken griff auch Bernd Händler (Grüne) auf und mahnte fast flehend, „nach dem Beton nun endlich die Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und nach der Politik auch die Fachleute, sprich: Lehrer, zu Wort kommen zu lassen”. Händler: „Drei CDU-Bürgermeister haben das bis hierher entschieden - nun sollten wir die Schulen mitnehmen und sie gestalten lassen”, so der Grünen-Schulsprecher.

Für die SPD, die sich später beim Beschluss enthielt, kritisierten Brigitte Olschewski und Susanne Evans heftig das Prozedere. Nach Monaten, ja sogar Jahren der Offenheit hat man die Entscheidungsgremien nach den Ferien plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt. „Da frage ich mich doch, warum ich hier sitze”, ereiferte sich Evans und konnte nicht erkennen, „wo für Monschau der Kompromiss ist, wenn hier alles geschlossen wird”.

Damit nun bis Ende November der Antrag auf Einrichtung einer Sekundarschule gestellt werden kann, sind noch viele schulorganisatorische und -rechtliche Fragen zu klären, ebenso ist ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten. „Das sollte bis Anfang November passieren, damit noch Zeit für eine Information und Befragung der Eltern bleibt”, erläuterte Werner Krickel einen Zusatzantrag der Grünen, der dann ebenfalls dem Rat am kommenden Dienstag empfohlen wurde.