Eicherscheid: Stark und arbeitswillig, sensibel und aufmerksam: Kaltblüter

Eicherscheid: Stark und arbeitswillig, sensibel und aufmerksam: Kaltblüter

Die Flaggen von vier Nationen flatterten im Wind auf der Pferdesportanlage des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid, als am Sonntag das 10. Kaltblut-Festival stattfand. Aus Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden waren die Teilnehmer gekommen.

„Wir waren überrascht und natürlich auch ein bisschen stolz, dass die zehnte Auflage unseres Kaltblut-Festivals so gute Resonanz fand“, bekannte Burkhard Hilgers, bei dem die Fäden der Organisation zusammenlaufen. Offensichtlich hat das Kaltblutpferd in der Eifel und im Grenzgebiet viele Freunde; man sah auf dem Besucherparkplatz viele belgische Nummernschilder, aber auch solche aus dem Kreis Düren.

Der Hindernisparcours hatte es in sich, so manche knifflige Aufgabe war zu lösen. „Wir haben es vorher ausprobiert, es ist machbar“, sagte Burkhard Hilgers, der auch sein Team lobte, das viel Energie in die Vorbereitung gesteckt hatte. Mit Norbert Bong aus Eupen, dem erfahrenen Turnierrichter, Holzrücker und bekennenden Kaltblutfan, hat man in Eicherscheid seit Jahren einen Fachmann gebucht, der nicht nur die Prüfungen bewertet, sondern auch im Vorfeld und bei der Planung mit Rat und Tat zur Seite steht.

Man sah unterschiedliche Leistungen, das Publikum nahm dankbar die Erläuterungen des Moderators Burkhard Hilgers an und belohnte die gelungenen Aktionen mit viel Beifall. Man glaubt es kaum, wie aufmerksam und sensibel so ein Kaltblut die Kommandos und Leinenhilfen des Pferdeführers annimmt. So wurde beispielsweise auf einen Stapel Langholz ein weiterer Stamm gezogen, der im Idealfall genau in der Mitte zu liegen kam.

Oder ein Holzstamm wurde auf einer „Wippe“ platziert, so dass er förmlich schwebte. „Voraussetzungen hierfür sind die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Pferd und Führer und ein gutes Augenmaß“, meinte Burkhard Hilgers, „die meisten Pferde, die wir hier erleben, sind echte Arbeitspferde. Man muss konsequent mit ihnen arbeiten, um solch exakte Ergebnisse erzielen zu können.“

Eine gewisse Langmütigkeit

Folgende Kaltblutrassen waren vertreten: Brabanter, Ardenner und Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Ihnen gemeinsam sind der Arbeitswille und eine gewisse Langmütigkeit. Dass sie auch flexibel reagieren können und bei manchen Übungen eine erstaunliche Wendigkeit an den Tag legen, begeisterte die Zuschauer. „Lokalmatador“ Dieter Käfer und sein „Monaco“ wurden besonders scharf beobachtet, den Beiden gelang es zum Beispiel, die lange Holzstange exakt auf dem Stapel abzulegen.

In der Gesamtwertung, wozu noch eine Zugleistung addiert wurde, wurde das Paar Vierter. Leo Burnote wurde mit Gamain Dritter, als Zweiter platzierte sich Tom Hermes mit Mona, und Gesamtsieger wurde wieder Jean-Paul Heck aus Luxemburg, obwohl er diesmal die weniger erfahrene Mira an den Leinen führte.

(ale)