Aachen: Städteregion: Defizit für 2011 halbiert sich

Aachen: Städteregion: Defizit für 2011 halbiert sich

Kurz bevor die Verabschiedung des Doppelhaushalts für die Jahre 2012 und 2013 in die heiße Phase geht, lässt die Kämmerei der Städteregion mit ungemein positiven Zahlen aufhorchen.

Rechneten die Experten für das laufende Jahr ursprünglich mit einem Defizit von rund 23,5 Millionen Euro, reduzieren sich die Miesen der Städteregion nach aktuellen Berechnungen um 11,8 auf 11,7 Millionen Euro. Dies geht aus dem Budgetbericht für das dritte Quartal 2011 hervor, der am morgigen Donnerstag dem Städteregionsausschuss vorgelegt wird.

Zahlreiche für die Finanzplaner im vergangenen Jahr noch nicht absehbare Faktoren führen laut Budgetbericht zu dieser positiven Entwicklung. So muss die Städteregion etwa 1,8 Millionen Euro weniger als geplant an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Umlage überweisen. Ein weiteres vorweihnachtliches Finanzgeschenk überreicht die Sparkasse Aachen, an deren Bilanzgewinn die Städteregion als Trägerin beteiligt wird. Statt der geplanten 9,9 Millionen Euro überweist Sparkassen-Chef Hubert Herpers glatte zwölf Millionen auf das Konto der Städteregion.

Das dickste Plus verbuchen die Haushälter mit insgesamt mehr als fünf Millionen Euro im Bereich Soziales. Wichtigster Posten ist dabei das erst Anfang 2011 von der Bundesregierung verabschiedete Bildungs- und Teilhabepaket, das in den städteregionalen Finanzplanungen noch keine Rolle spielen konnte. Neben diesen Großbeträgen verzeichnet die Städteregion aktuell auch in zahlreichen anderen Bereichen höhere Einnahmen beziehungsweise geringere Ausgaben. So sinken die Zinsaufwendungen für Kreditmarktdarlehen voraussichtlich um 600.000 Euro, während die Autofahrer schneller als geplant fahren und zusätzliche 350.000 Euro für Buß- und Verwarngelder berappen müssen.

Interessant dürfte in der Diskussion über den nächsten Haushalt werden, wie sich das geringere Defizit für das laufende Jahr auf die für 2012 und 2013 geplante Mehrbelastung der regionsangehörigen Kommunen auswirkt. Während die Städteregion das Minus für 2011 komplett aus der Ausgleichsrücklage finanziert, sollen nach Meinung der schwarz-grünen Mehrheit im Städteregionstag die Städte und Gemeinden stärker als geplant zur Kasse gebeten werden.

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