Monschau: Städtefreundschaft gefeiert: 40-jährige Jubliäum mit Bourg St. Andeól

Monschau: Städtefreundschaft gefeiert: 40-jährige Jubliäum mit Bourg St. Andeól

Die vielen herzlichen und intensiven persönlichen Begegnungen lassen sich nicht alle aufzählen, die das fünftägige Jubiläumsfest aus Anlass der 40-jährigen Städtefreundschaft zwischen Monschau und der südfranzösischen Partnerstadt Bourg St. Andeól bestimmten, aber bei jeder Zusammenkunft aus Anlass eines Geburtstages darf natürlich die offizielle Freundschaftsbekundung mit der Unterzeichnung der Charta, Hymnen und Festreden nicht fehlen.

Diese festliche Zeremonie bildete am Sonntag im Bürgersaal des Auklosters den Höhepunkt des Partnerschaftsfestes.

Keine Entfernung für gute Freunde: Monschau Gastgeschenk präsentieren Bernadette Rader. Margareta Ritter, Hermann Mertens, Jean-Marc Serre und Guy Baranger.

Längst sind Monschauer und Bourg St. Andeóler beste Freunde fürs Leben geworden, und man weiß was man aneinander hat. Dass auch kleine Abordnungen der ebenfalls mit der südfranzösischen Partnerstadt verbündeten Städte Gaggiano (Italien) und Albertirsa (Ungarn) zu Gast in Monschau waren, gab der Feier dazu noch eine internationale Note.

Den Auftakt der Feierlichkeiten am Sonntag bildete eine von Pfarrer Karl Schnitzler würdig gestaltete Festmesse in der Aukirche, der sich nach kleinem Festzug die Kranzniederlegung am Ehrenmal in der Kirchstraße anschloss. Emotionale Momente bestimmten unter dem Abspielen der vier Nationalhymnen und der Europa-Hymne diese kleine Zeremonie.

Vor rund 150 Gästen im fahnengeschmückten Aukloster schloss sich eine längere Abfolge von acht Ansprachen an, begleitet vom Stimmengemurmel im Kreuzgang: Man hat sich eben viel zu erzählen unter Freunden.

Moderiert von Partnerschafts-Urgestein Hermanns Mertens, versicherte beim offiziellen Festakt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, dass sie die Städtepartnerschaft im Sinne ihrer Vorgänger fortführen möchte. „Das ist für mich Verpflichtung und eine Ehre.“ Sie wünsche sich, dass diese Freundschaft „ewig dauern“ möge.

Nicht geringer war die Freude beim Amtskollegen aus Bourg, Jean-Marc Serre, der an das Jahr 1975 erinnerte, „als diese Geschichte ihren Beginn hatte“, und ein Jahr später durch die beiden Stadtverordneten Paul Johnen und Gilbert Maurel mit der Unterzeichnung der Partnerschaftscharta gefestigt worden sei. Inzwischen sei Partnerschaft für beide Seiten eine „Herzensangelegenheit.“

Sergio Perfetti, Bürgermeister der Stadt Gaggiano, sah den Wert der Städtefreundschaft vor allem darin, dass das europäische Bewusstsein als Garant für Frieden und Zukunft gewachsen sei.

Szabolcs Szöke, stellvertretender Bürgermeister aus Albertirsa, sprach von einer „exemplarischen Zusammenarbeit“, die in einer friedlichen Koexistenz zu gegenseitigem Respekt und Akzeptanz beitrage.

Den Geist der Städtefreundschaft rückten auch die vier Vertreter der jeweiligen Partnerschaftskomitees in den Blickpunkt.

Bernadette Rader, Vorsitzende des Monschauer Partnerschaftskomitees, blickte mit Stolz auf eine Freundschaft mit Bourg St. Andeól zurück, die von Freude und gegenseitigem Respekt geprägt sei. „40 Jahre Partnerschaft haben uns auch gezeigt, dass es möglich ist, gegenseitige Voreingenommenheit zu überwinden.“ Einen besonderen Dank richtete sie an Heinz Stollenwerk als einer der Gründerväter der Partnerschaft, wie auch auf französischer Seite an Raymond Grasset und Jean Tailland. Glücklich schätze sie sich auch, dass es auch junge Leute gebe, die den Fortbestand der Partnerschaft sicherten.

Für das Komitte aus Bourg St. Andeól meinte der Vorsitzende Guy Baranger, dass die Freundschaft mit Monschau weit über formelle Aspekte hinausgehe. Wichtig sei nun, dass Erbe der Freundschaft in die nächste Generation weiterzutragen.

Antonella D‘Elia, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aus Gaggiano, sah die vier Städte als „große Familie“. Dies sei um so wichtiger, da sie Europa in Gefahr sehe, den Geist seiner Gründer zu verlieren. Partnerschaften seien auch ein Mittel gegen die Angst und ein guter Weg, „die Werte Europas zu verteidigen.“

Die abschließenden Worte gehörte Márton Váraljai, dem Komiteevorsitzenden aus Albertirsa, der mit Freude sah, wie herzlich und tief die Freundschaft zwischen Monschau und Bourg inzwischen geworden sei. Diese Partnerschaft sei ein Beispiel dafür, wie es gelingen könne, „bestehende Mauern einzureißen.“

Den Ansprachen folgte dann die Eintragung ins goldene Buch der Stadt Monschau und ein reger Austausch von Gastgeschenken. Ein besonders auffälliges Geschenk hatte sich Monschau für die Freunde aus Bourg St. Andeól ausgedacht. Ein großer Wegweiser, der auch bereits in Monschau steht, soll auch in der Partnerstadt seinen Platz finden. Die darauf vermerkten 822 Kilometer sind ja längst keine Entfernung mehr.

Am Montag folgt für die Gäste noch ein Kulturprogramm in der Stadt Aachen, ehe sie am Dienstag die Heimreise antreten, aber das dürfte wie so oft mal wieder nur ein Abschied auf Zeit sein.

(P. St.)
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