Eicherscheid: Staatssekretär soll zum Vor-Ort-Termin: Ringen um die Förderschule

Eicherscheid: Staatssekretär soll zum Vor-Ort-Termin: Ringen um die Förderschule

Die sonderpädagogische Förderung befindet sich im Wandel. Das derzeit viel diskutierte NRW-Schulrechtsänderungsgesetz verfolgt in erster Linie eine Ausweitung der Inklusion, also die stärkere Zusammenführung von Förder- und Regelschulen, die ab dem Schuljahr 2015/16 konkrete Formen annehmen soll. Diese Gesetzesinitiative, die sich in ihrer Konsequenz noch nicht in aller Klarheit erkennen lässt, stellt aber in jedem Falle eine Gefahr für den Fortbestand der Förderschulen dar.

Diesen scharfen Wind spürt auch die Förderschule Eicherscheid, deren Zukunft derzeit noch ungewiss ist. Mit ihren 64 Schülern fällt sie deutlich unter die künftig vom Gesetzgeber festgelegte Mindestgrenze von 144 Schülern. Erst zu Beginn des neuen Jahres dürfte sich die neue Struktur der künftigen sonderpädagogischen Förderung abzeichnen, da die Inklusions-Thematik auch Bestandteil der augenblicklich in Berlin laufenden Koalitionsverhandlungen für die Regierungsbildung ist.

Unabhängig von deren Ausgang setzte jetzt der Förderschulverband Simmerath, dem die Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath angehören, ein deutliches Zeichen für den Erhalt seiner Förderschule. Die Schule in Eicherscheid sei gerade im ländlichen Raum von großer Bedeutung und mit der Situation in Ballungsgebieten nicht vergleichbar. Um sich ein Bild zu machen, soll der zuständige Staatssekretär im NRW-Schulministerium umgehend in die Nordeifel eingeladen werden, um vor Ort deutlich zu machen, dass die Einrichtung in Eicherscheid ein wichtiges Standbein für die gesamte Region ist.

Für die derzeit 64 Schüler konnte Schulleiter Robert Knauff trotz der wechselvollen Diskussionen Entwarnung geben: Ihre Förderung ist bis zum Ende der Schulzeit garantiert.

Für Eicherscheid könnte eine Chance darin bestehen, die Schule als „besonderen schulischen Lernort“ in Form ein Nebenstandortes zu sichern.

Manfred Nellessen, Hauptamtsleiter der Gemeinde Simmerath, der Interessen des Verbandes in einem Arbeitskreis vertritt, sah eine sinnvolle Lösung nur auf städteregionaler Ebene, während Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit Blick auf eventuell drohende lange Schulwege betonte, dass die Inklusionsbemühungen nicht zu Lasten von Schülern mit besonderem Förderbedarf gehen dürften.

(P. St.)